Hotel Dusk: Room 215


„Game Noir“

Der Entwickler Cing („Another Code“, „Little King’s Story“) spendete der erwachsenen Spielergemeinschaft des Nintendo DS 2007 mit „Hotel Dusk: Room 215“ ein Graphic Adventure-Spiel, welches sich sehen lassen kann. Die düstere Krimigeschichte ist im Jahr 1979 angesiedelt und hat mit Kyle Hyde einen ehemaligen Cop als Protagonisten, der als Vertreter im Hotel Dusk landet. Hyde ist aber in Wirklichkeit noch auf der Suche nach seinem ehemaligen Partner und Freund, der ihn vor Jahren aus heiterem Himmel verraten hat.

 

Nun schlüpft man in die Haut von Hyde, der das Hotel und seine Gäste unter die Lupe nimmt, um eine Spur zu seinem eigentlichen Ziel zu finden. Im Laufe der zehn Kapitel lüftet sich die Geschichte nur langsam, so dass es stets spannend und interessant bleibt. Während man die meiste Zeit durch das Hotel wandert und sich mit Personen unterhält, gibt es zwischendurch immer wieder Minispiele zu lösen und Objekte zu finden. Der Schwierigkeitsgrad ist angenehm, so dass sich mit etwas Aufmerksamkeit locker ein Game Over verhindern lässt und ein flüssiges Voranschreiten gewährleistet sein sollte.

Beim Spiel wird der Nintendo DS nicht wie gewohnt horizontal gehalten, sondern vertikal: Geöffnet sieht das Ganze nun wie ein kleines Buch aus. Die Steuerung kann komplett über den Touchscreen erfolgen, empfehlenswerter ist aber das Fortbewegen durch das Steuerkreuz, während man für die restlichen Aktivitäten wie das Umsehen, das Benutzen des Notizblockes oder das Hantieren mit dem Inventar eben zum Touchscreen greift. Für die zahlreichen Minispiele muss in erster Linie ebenfalls der Touchscreen – in verschiedenster Art und Weise – verwendet werden, aber auch das Micro und selbst der aufklappbare Deckel haben ihre Auftritte.

 

Grafisch bietet das Spiel einen sehr ansehnlichen Stil. Die Charaktere präsentieren sich in dunklen Tönen, oftmals gar nur in Schwarz-Weiß, und mit natürlichen Bewegungen und Gesichtszügen – inszeniert durch das Rotoskopieverfahren. Die Umgebung präsentiert sich oftmals mit halbfertigen Hintergründe, aus denen 3D-animierte Objekte herausragen, was ein sehr ansprechendes Gesamtbild abliefert. Auch der Soundtrack kann sich hören lassen, so dominieren ruhige und leicht jazzige Töne, die sich angenehm im Hintergrund halten.

Fazit

„Hotel Dusk: Room 215“ ist eine spannende Krimigeschichte, die sich nur langsam zu lüften beginnt. Freunde des Genres oder in Geduld geübte SpielerInnen bekommen einen coolen Plot, ausgearbeitete Charaktere, abwechslungsreiche Minispiele und werden für mindestens zehn Stunden an die tragbare Konsole von Nintendo gebunden. Sind erst einmal alle Geheimnisse des Hotel Dusk gelöst, bleibt man zufrieden zurück – zusätzlich kann man sich an einer einwandfreien technischen Umsetzung erfreuen.


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