Professor Layton und der Ruf des Phantoms


„Episode I: Startschuss zur neuen Trilogie“

Was macht man, wenn eine als Trilogie konzipierte Erfolgsreihe zu Ende geht? Einer offensichtlich beliebten Strategie, der Geschichte eine Vorgeschichte zu spendieren, bedient sich auch das japanische Entwicklerstudio Level-5 („Inazuma Eleven“) im Falle ihrer größten Hits um den rätselwütigen Professor Hershel Layton. Da ein Prequel nicht genug ist, wurde gleich eine ganze Prequel-Trilogie angekündigt, dessen Startschuss mit „Professor Layton und der Ruf des Phantoms“ fiel. Während das Spiel für Nintendo DS in Japan bereits 2009 erschien, musste sich die restliche Welt wieder einmal knapp zwei Jahre gedulden, bis es 2011 endlich soweit war.

 

Drei Jahre vor Laytons Auftritt im geheimnisvollen Dorf erreicht ihn ein mysteriöser Brief seines alten Freundes Clark Triton. Darin schildert ihm dieser, dass seine Heimatstadt Misthallery von einem gigantischen Phantom verwüstet wird. Layton macht sich daraufhin mit seiner neuen Assistentin, Emmy Altava, sofort auf den Weg. In Misthallery angekommen stößt auch noch Luke Triton, Clarks Sohn, zum Duo, der voraussagen kann, wo das Phantom als nächstes angreifen wird. Lukes Fähigkeiten und das Phantom bilden aber nur die Spitze des Eisbergs, denn auf Layton und Co. warten in Misthallery weitere Mysterien.

Die Idee, Professor Layton mit einem Prequel zurückzubringen, hat sich dabei als der richtige Ansatz erwiesen. Nach drei Abenteuern binnen zwei Jahren war nämlich bereits ein wenig die Luft raus aus dem eingespielten Charakterensemble, durch die Vorgeschichte lernt man allerdings die bekannten Figuren neu kennen, was sie wieder interessant macht. Auch wird unter anderem beantwortet, wie Layton und Luke zu einem unzertrennlichen Team wurden oder warum Layton eigentlich eine solche Berühmtheit ist. Darüber hinaus fungiert das Spiel auch ein wenig als Prolog der neuen Trilogie, ohne aber an Eigenständigkeit zu verlieren, so bleiben einige Fragen offen, etwa warum Laytons neue und äußerst sympathische Assistentin keine Zukunft an Laytons Seite hat oder wer sein neuer Rivale ist.

 

Beim Plot hat Level-5 also mal wieder Feines aus dem Hut gezaubert samt spannenden Wendungen, sympathischen Charakteren und wie eh und je sehenswerten Anime-Zwischensequenzen. Die obligatorischen und abwechslungsreichen knapp 170 Rätsel wurden dazu wieder einwandfrei in die Handlung integriert, so hat man beispielsweise beim etwas abrupten, aber gelungenen Showdown wie nie zuvor das Gefühl, tatkräftig bei der Rettung von Misthallery mitzuhelfen. Dazu gesellen sich wieder unzählige unterhaltsame Nebenaktivitäten. Beispielsweise gilt es, einen Zug durchs Land zu manövrieren, eine Theateraufführung durch Einfügen fehlender Wörter am Laufen zu halten oder auf Mäusejagd zu gehen. Etwas entspannen kann man Zwischendurch auch ein wenig, so darf man sich in einer Art Kino kleinere Episoden zu Nebenhandlungssträngen gönnen.

Fazit

Fans von Professor Layton, Luke Triton und Co. wissen längst um die Stärken der Reihe Bescheid, so bleibt an dieser Stelle nur klarzustellen, dass auch „Professor Layton und der Ruf des Phantoms“ sämtliche Erwartungen erfüllen und teilweise sogar übertreffen kann. Der einzige Wermutstropfen ist, dass in Europa auf das in Japan und Amerika inkludierte Rollenspiel „London Life“ verzichtet wurde, von dem sich Genrefans weitere Stunden Spielzeit versprochen hatten – um weitere Verschiebungen zu vermeiden. An der gewohnt überragenden Qualität des Hauptspiels ändert dieser Verzicht aber nichts.


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