Grand Theft Auto IV


„Certified Cousin Friendly Sandbox“

Grand Theft Auto IV war das Debüt der weltberühmten Reihe auf den damaligen Next-Gen-Konsolen PS3 und X-Box 360. Entwickelt wurde das Spiel von Rockstar Games – genauso wie alle anderen 3D-Teile der Reihe. Dieses Mal taucht man in die Rolle des Osteuropäers Niko Bellic, der dem Lockruf seines Cousins folgt, der vom amerikanischen Traum erzählt. Einmal in Liberty City angekommen stimmt nicht viel davon und der temperamentvolle sowie charismatische Niko sieht sich bald in schmutzige Geschäfte verwickelt.

 

Es gilt in typischer GTA-Manier in der Third-Person-Ansicht die frei erkundbare Stadt von Liberty City – aufgeteilt in drei Hauptgebiete plus einige kleinere Areale wie Inseln – zu durchforsten und Missionen zu erledigen. Die Freiheiten, die geboten werden, waren bis GTA V beispiellos. Man kann natürlich eine Vielzahl an Fahrzeugen steuern – Autos, Motorräder, Boote, Hubschrauber – und auch das Gewand des Charakters ändern, viele Gebäude betreten und sich mit einer großen Auswahl an Waffen ausrüsten. Allgemein ist alles ein wenig realistischer geworden, so dass man nicht wie im Vorgänger „San Andreas“ mehr oder weniger Besitzer der halben Stadt sein kann: Die Immigranten-Geschichte von Niko Bellic ist etwas bodenständiger.

Die Hauptstory des Spiels ist sehr interessant und abwechslungsreich geworden und bindet SpielerInnen für sehr viele Stunden an die Konsole. Die Schwierigkeit dabei ist fair gehalten, geübte SpielerInnen werden vielleicht bei einer Handvoll Missionen Schwierigkeiten haben, alles andere geht einfacher vor sich. Neben dieser Hauptstory, die man mit eigenen Entscheidungen leicht verändern kann, gibt es noch unzählige Sachen zu tun wie Autos für Kunden stehlen, Auftragskiller spielen, Rennen fahren, mit Spielcharakteren etwas unternehmen und mehr. Nicht zu vergessen der sehr gelungene Multiplayer-Modus, wodurch das Spiel wirklich kaum langweilig wird.

 

Das Gameplay ist im Großen und Ganzen als sehr gelungen zu bezeichnen. Nach wenigen Minuten hat man alle wichtigen Bewegungen intus. Einzig bei Schießereien wäre die automatische Zielfunktion zu bemängeln, die ein wenig die Zielfreiheit stört. Bei der Fahrzeugsteuerung könnte es eventuell ein wenig länger dauern, sich perfekt zu adaptieren. Ich empfinde sie als gelungener als in den letzten GTA-Teilen. Mit etwas Übung und dem gekonnten Einsatz von Bremse und Handbremse sind Autos, Motorräder und Boote kein Problem mehr – für den Helikopter ist sicherlich mehr Übung angesagt.

 

Die Grafik präsentiert sich bis auf einige Kleinigkeiten – Texturen bauen sich vereinzelt zu spät auf, verschwindende Objekte – würdig eines Next-Gen-Games. SpielerInnen tauchen in die große Stadt von Liberty City ein, die voller Details – oft typisch für die Reihe humorvolle Einfälle – ist und auch voller Gestalten, die zumindest intelligenter agieren als in den Vorgängern. Die Musik ist ebenfalls ein ganz starker Punkt des Spiel, so gibt es 19 Radiosender und alle Geschmäcker sollten dadurch zufriedenzustellen sein.

Fazit

Der vorletzte Streich der GTA-Reihe präsentierte zwischen den recht bombastischen San Andreas und V neue Facetten: Bodenständigkeit und Ernsthaftigkeit. Neben den Vorteilen der Next-Gen-Konsolen nutzt das Spiel perfekt den typischen Charme der Reihe, so dass die Fans von GTA zufrieden sein werden und auch viele neue AnhängerInnen gewonnen werden können. Wäre ja eine willkommene Abwechslung, wenn auf jedes Spektakel eine Rückbesinnung auf kleinere, glaubwürdigere Abenteuer folgen würde – mein Hype für Grand Theft Auto VI wäre dann unermesslich.


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