Mega Man X4


„Zero: Übernehmen Sie!“

Die „Mega Man“-Reihe wagte 1996 mit „Mega Man 8“ den Sprung von der SNES zur PlayStation und kurz darauf zur Sega Saturn. 1997 wurde auch die „Mega Man X“-Reihe fortgesetzt und es war keine Überraschung, dass „Mega Man X4“ ebenfalls für PlayStation und Saturn erscheinen würde. Damit kehrte Capcom („Street Fighter“, „Resident Evil“) nicht nur Nintendo den Rücken, sondern schaffte auch den Sprung in die nächste Konsolengeneration, wodurch sich wieder eine Möglichkeit bot, dem nicht gerade für seinen Innovationsdrang bekannten Franchise ein frisches Gesicht zu verpassen.

 

Der Plot in „Mega Man X4“ dreht sich um die militärische Organisation „Repliforce“, die gegründet wurde, um die „Maverick Hunters“ zu unterstützen. Der überraschende Absturz der schwebenden Sky Lagoon auf eine Stadt und der damit verbundene Tod von Millionen von ZivilistInnen ruft Mega Man X und Zero auf den Plan, die die Ereignisse untersuchen müssen. Zu allem Überfluss scheint auch die „Repliforce“ Amok zu laufen und ein erbarmungsloser Kampf gegen die „Maverick Hunters“ bahnt sich an. Was „Repliforce“ und „Maverick Hunters“ nicht wissen, ist, dass sie von einer dritten, unvorstellbar gefährlichen Partei gegeneinander ausgespielt werden und die gesamte Erde auf dem Spiel steht.

Auch auf der PlayStation ist die Reihe ihren Wurzeln treu geblieben und bietet wie eh und je Side-Scrolling-Action auf höchstem Niveau. Wie bei fast jedem Teil kann man also sagen, dass alles beim Alten geblieben ist und es doch wieder ein paar Neuerungen ins Spiel geschafft haben. Die meisten davon sind verbunden mit den Möglichkeiten der PlayStation, so hat sich etwa das Passwort-System verabschiedet und eine Speicherfunktion hat es ins Spiel geschafft, wodurch auch ein besserer Spielfluss zustande kommt und der Schwierigkeitsgrad aufgrund der fair platzierten Checkpoints etwas niedriger erscheint. Zu diesem Eindruck des Schwierigkeitsgrads trägt auch die Tatsache bei, dass die meisten Bosse stark berechenbar und zu anfällig für ihre Schwachstellen sind, wodurch sie sich teilweise überhaupt nicht wehren können. Wäre nicht der letzte Endgegner, der zu den schwierigsten Bossen der gesamten Reihe zählt, könnte man daher auch fast schon vom bislang einfachsten „Mega Man X“-Spiel sprechen – wenn mal als X spielt.

 

Die bemerkenswerteste Neuerung ist allerdings, dass gleich zu Beginn gewählt werden kann, ob der Story-Modus mit X oder mit Zero bewältigt werden soll. Auch wenn in beiden Fällen dieselben Levels gespielt werden, unterscheiden sich beide Charaktere stark voneinander, wodurch man motiviert wird, das Spiel mindestens zweimal durchzuspielen – außerdem unterscheiden sich auch die Plots der Charaktere, so müssen beide Varianten durchgespielt werden, um sich ein Bild der gesamten Handlung zu machen. Mit X spielt sich das Spiel alles in allem klassisch, so bekommt er von den Bossen neue Waffen, kann Upgrades für seine Rüstung finden und ist typischerweise auf den Distanzkampf konzipiert. Zero hingegen bietet ein auf Nahkampf konzipiertes Gameplay, wodurch die Levels und die Bosse anders bewältigt werden müssen. Darüber hinaus bekommt Zero von den Bossen keine Waffen, sondern neue Fähigkeiten, etwa einen Air Dash oder einen Doppelsprung.

 

In Sachen Präsentation ist „Mega Man X4“ definitiv in der nächsten Konsolengeneration angekommen, so macht das Spiel trotz seines klassischen Gameplays einen äußerst modernen Eindruck. Grafisch warten ein in der Reihe noch nie dagewesener Detailreichtum, der sich in allen Bereichen bemerkbar macht. Die Levels bieten sehenswerte Hintergründe und sind mit feinen Effekten verfeinert, etwa Wassereffekte, die Charaktere strotzen nur so vor Details und der Plot wird in sehenswerten Zeichentrickzwischensequenzen vorangetrieben. Auch der Ton kann sich hören lassen. Der Soundtrack reizt die Möglichkeiten der PlayStation aus, spendiert dem Spiel wieder eine mitreißende und immer passende Soundkulisse und hat einige Highlights zu bieten, wie etwa den Titel „Jet Stingray Stage“. Darüber hinaus bietet das Spiel teilweise ebenfalls eine Sprachausgabe, die auf Japanisch gelungen ist und den Charakteren zu Gute kommt, auf Englisch aber eine mittlere Katastrophe ist und dem Ganzen eher schadet – allerdings fast schon Kultstatus hat.

Fazit

Beim Fazit eines „Mega Man X“-Spiels kann man sich fast nur wiederholen, denn auch „Mega Man X4“ bietet wieder dank seines grandios-bewährten Gameplays Unterhaltung auf höchstem Niveau. Dank des Sprungs von der SNES zur PlayStation und Saturn kann das Spiel darüber hinaus im audiovisuellen Bereich im neuen Glanz erstrahlen und bietet mit der Möglichkeit, nun die gesamte Story auch mit Zero zu spielen. Wer also die vorigen Teile schon mochte, wird auch mit „Mega Man X4“ seine Freude haben.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0