Metro 2033


„Glückspilz Artyom und die verlorene Zukunft“

Literaturversoftungen sind relativ selten zu finden, während Comics und Filme eher zu oft als Vorlagen für Videospiele dienen. An eine solche Randerscheinung wagte sich das damals noch junge Entwicklerstudio 4A Games aus der Ukraine, das von ehemaligen MitarbeiterInnen von GSC Game World („S.T.A.L.K.E.R.: Shadow of Chernobyl“) aus der Taufe gehoben wurde. Als erstes Projekt wurde 2009 „Metro 2033“ angekündigt: Das Spiel zum russischen Beststeller von Dmitry Glukhovsky. Im Jahr darauf war es so weit und die Kreuzung aus First-Person-Shooter und Survival Horror erblickte für XBox 360 und PC das Licht der Welt.

 

Im Jahr 2013 wurde die Welt von einer apokalyptischen Katastrophe verwüstet, nahezu die komplette Menschheit ausgelöscht und die Erdoberfläche zu einer giftigen Einöde. 20 Jahre nach der Katastrophe haben sich die Menschen in Moskau in den Überresten des U-Bahn-Netzes einquartiert und leben ein Leben voller Angst. Nicht nur ist ein erbitterter Kampf zwischen verschiedene Gruppierungen entflammt, sondern auch Mutanten bedrohen die neue Heimat der Menschen. Durch die stets steigende Bedrohung wird ein Plan ins Leben gerufen, um die Mutanten ein für alle mal zu eliminieren. Eine zentrale Rolle darin spielt der junge und unerfahrene Artyom, der darin verwickelt wird, weil sich seine U-Bahn-Station, die er noch nie verlassen hatte, in unmittelbarer Gefahr befindet.

Ziemlich schnell hat sich „Metro 2033“ einen Ruf als Geheimtipp erarbeitet, bei dem vor allem die mitreißende Story und die fesselnde Atmosphäre gelobt werden. Was das Spiel schlussendlich aber bietet, ist eine andere Geschichte. Die Story plätschert so vor sich hin und gibt somit keine Empfehlung für die literarische Vorlage ab. Nur sporadisch erweckt das Ganze Interesse, um in den meisten Fällen kurz darauf wieder abrupt zu verflachen. Gute Momente hat ebenfalls die Atmosphäre, etwa wenn die Visionen von Artyom die Überhand gewinnen oder er sich bei Nacht an die Oberfläche wagt, wo das schwere Atmen der Hauptfigur und die beunruhigende Geräuschkulisse das gelungene Gesamtbild komplettieren. Ansonsten ist die Atmosphäre aber eher trist und weniger düster. Da hätte man aus der Metro als Setting durchaus mehr rausholen können.

 

Aus der Ecke der KritikerInnen des Spiels war vor allem der Vorwurf zu hören, „Metro 2033“ sein ein billiger Abklatsch von „Fallout 3“, was bis zu einem gewissen Grad durchaus nachvollziehbar ist. Zum einen ähneln sich die Einöden beider Spiele sehr stark, zum anderen versucht auch „Metro 2033“ mehr als ein schlichter Shooter zu sein, ohne allerdings dem Rollenspielcharakter von „Fallout 3“ nahe zu kommen. Stattdessen hat man zu kleineren Kniffen gegriffen, die einem lediglich mehr Komplexität und Spieltiefe vorgaukeln, schlussendlich aber eher als Ballast erscheinen. Abgerundet wird das Ganze von einer passend zum Spiel soliden Umsetzung in puncto Grafik und Soundtrack.

Fazit

Die Videospielumsetzung des russischen Bestsellers „Metro 2033“ von Dmitry Glukhovsky aus dem Hause 4A Games wurde mit einigen Vorschusslorbeeren bedacht, das Endresultat kann diesen aber leider nicht gerecht werden. Die Story plätschert so vor sich, atmosphärisch hat das Spiel nur einzelne starke Momente und spielerisch wird im Großen und Ganzen nur Standardkost geboten. Allerdings war das Spiel auch Anstoß eines kleineren Franchise, somit belasse ich es bei knapp überdurchschnittlich.


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