Sonic Unleashed


„Day of the Hedgehog“

Im Jahr 2008 wagte Sega („House Of The Dead“, „Shenmue”) einen erneuten Versuch, seinem angeschlagenen Maskottchen ein würdiges – damaliges – Next Generation-Abenteuer zu spendieren. Das Ergebnis nannte sich „Sonic Unleashed“ und wurde, wie gewohnt, von Sonic Team („Sonic the Hedgehog“, „ChuChu Rocket!“) entwickelt. Das Spiel erschien nicht nur für Nintendo Wii, sondern auch für PS3, PS2 und XBox 360 – mit zwiespältigem Ergebnis.

 

Sonic ist in diesem Spiel nämlich nicht nur ein Hedgehog, sondern auch ein Werehog, so muss er tagsüber seinen gewohnten Geschwindigkeitsrausch ausleben, während er nachts zu einem kampfhungrigen Monster wird. Dazwischen muss er um die Welt reisen, mit verschiedenen Personen sprechen und alte Freunde treffen. Diese Funktionen bringen etwas Adventure-Flair in die Geschichte, wirken aber nicht so überlegt wie noch bei „Sonic Adventure“, wo man deutlich mehr Freiheiten hatte.

 

Die Tag-Levels sind als die Highlights des Spiels anzusehen, denn seit gefühlten Ewigkeiten war das Geschwindigkeitsgefühl nicht mehr so gut bei Sonic und der Wechsel zwischen 3D- und 2D-Abschnitte sorgt für frischen Wind. Hätte man das ganze Spiel nach diesem Schema aufgebaut, hätte „Sonic Unleashed“ ein Referenztitel werden können. Auch die Bosskämpfe können sich sehen lassen, denn die Schlachten gegen Eggman machen Spaß und sind angenehm fordernd.

Die Nacht-Levels laufen hingegen nicht ganz so reibungslos. Zum einen passt das Konzept überhaupt nicht zu Sonic, zum anderen wird aber auch viel zu wenig Abwechslung geboten. Auch wenn das Gameplay allgemein überraschend gelungen ist, müssen sich SpielerInnen von Abschnitt zu Abschnitt lustlos prügeln und teils frustrierende Sprungpassagen bewältigen. Auch die Boss-Kämpfe bieten wenig, so muss meistens nur auf eine Schwachstelle eingeprügelt werden, bis es vorbei ist. Leider gibt es gefühlsmäßig mehr Nacht-Levels als Tag-Levels – länger sind sie auch noch.

 

Die Steuerung funktioniert auch nur zur Hälfte gut. In den Tag-Levels wird die nötige Präzision geboten, während in den Nacht-Levels die Steuerung aufgrund zu hektischer Bewegungen von Sonic bzw. aufgrund der nicht immer passenden Kamera an ihre Grenzen stößt. Die Grafik präsentiert sich wunderbar, vor allem während der Tag-Levels ist es ein Genuss für die Augen, durch die schönen Landschaften zu laufen. Auf den grafisch überlegenen Konsolen – PS3 und XBox 360 – ist es noch etwas glanzvoller und sehenswerter. Die Nacht-Levels sind dagegen etwas wiederholend und trist ausgefallen. Die Zwischensequenzen sind opulent gestaltet und mit Hochglanzoptik versehen. Auch der Soundtrack kann sich hören lassen mit flotten und eingängigen Melodien – „Rooftop Run“ sei als ein Beispiel angeführt.

Fazit

„Sonic Unleashed“ ist auf der einen Seite das beste Spiel, das Sonic in der alten Next Generation-Ära zu bieten hat (Taglevels), macht es aber auf der anderen Seite durch ein unnötiges, neues Spielelement wieder zunichte (Nachtlevels). Am besten man findet eine Person, die das komplette Spiel durchspielt und genießt dann einfach nur die Hälfte des knapp acht Stunden langen Abenteuers, denn die Taglevels machen ohne Zweifel unheimlich viel Spaß.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0