Phoenix Wright: Ace Attorney – Trials and Tribulations


„Cornered while waiting for Godot“

Nach den Erfolgen der ersten zwei Teile um den Anwalt Phoenix Wright ließ auch ein weiteres Abenteuer nicht lange auf sich warten, so dass 2004 „Trials and Tribulations“ für Game Boy Advance erschien. Es dauerte aber vier Jahre, bis das Spiel 2008 endlich auch den europäischen Markt in Form einer modernisierten Version für Nintendo DS erreichte. Das Spiel bildet den Abschluss der (ersten) Trilogie um Phoenix Wright.

 

Das Spielprinzip ist identisch mit dem aus „Phoenix Wright: Ace Attorney – Justice For All“, wodurch ein Einstieg für KennerInnen der Reihe ein einfacher ist. Dadurch fehlt aber auch etwas frischer Wind, aber das Spiel kann mit anderen Tugenden punkten. Eine kleine Neuerung gibt es dann doch, und zwar schlüpft man nicht nur in die Rolle von Phoenix Wright, sondern übernimmt auch die Kontrolle über Wrights Mentorin Mia Fey und Wrights Rivalen Miles Edgeworth.

Das Spiel baut langsam auf ein großes Finale hin, welches sich dann als kleines Best-of der Reihe präsentiert, da viele bekannte Charaktere wieder auftauchen und auch Fälle aus allen drei Spielen schlussendlich von Bedeutung sind, um das letzte große Rätsel zu lösen. Aufgrund dieser Tatsache sollten die Vorgänger schon gespielt worden sein, um alle Details und Anspielungen zu verstehen und die Story als Gesamtwerk schätzen zu können.

 

Das Spiel wartet mit fünf Fällen auf: Während „Turnabout Memories“ und „Turnabout Beginnings“ auf das große Finale, „Bridge to the Turnabout“, hinarbeiten, sind die restlichen Fälle, „The Stolen Turnabout“ und „Recipe for Turnabout“, unabhängige Fälle. Dadurch kommt es nie zu Eintönigkeit und SpielerInnen bleiben stets mit voller Aufmerksamkeit bei der Sache.

 

Die große Stärke des Spiels sind, wie schon bei den Vorgängern, die schrägen Charaktere. Beide bedeutenden Neulinge, Wrights neuer Rivale Godot und die mysteriösen Dahlia und Iris, sind gewohnt überragend und trumpfen zum letzten Fall noch einmal ordentlich auf. Nahezu alle wichtigen Charaktere des Vorgängers feiern ein Comeback und auch die neuen Nebencharaktere können sich sehen lassen – ein Ensemble, das seinesgleichen sucht.

 

Die technische Umsetzung ist wieder einmal einwandfrei. Die Grafik präsentiert sich gewohnt als Visual Novel mit Figuren im Anime-Look, die Musik ist voll auf der Höhe und sorgt stets für die passende Untermalung und auch die Steuerung über den Touchscreen lässt keine Wünsche offen. Das erfolgreiche Rezept der Vorgänger wurde einmal mehr tadellos umgesetzt und auf die Spitze getrieben.

Fazit

„Trials and Tribulations“ präsentiert sich als Best-of der Reihe, was große Neuerungen zwar vermissen lässt, aber sonst auf der ganzen Linie zu überzeugen weiß. Als (zumindest vorübergehender) Abschluss der Reihe um Phoenix Wright wartet das Spiel mit einem grandiosen Finale auf, welches jeden Krimi langweilig erscheinen lässt – Spannung und Wendungen sind garantiert. Für Fans der Reihe ist das Spiel natürlich Pflichtprogramm, NeueinsteigerInnen sollten unbedingt mit Teil eins beginnen und sich auf eine erinnerungswürdige Reise gefasst machen – sonst droht ein „Objection“!


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