Mega Man X3


„Zeros Xtes Abenteuer“

Für „Mega Man“-Fans und SNES-BesitzerInnen war 1995 ein gutes Jahr. Nicht nur schaffte die Hauptreihe mit dem siebenten Teil endlich den Sprung von der NES zur SNES, sondern auch die „Mega Man X“-Reihe wurde fortgesetzt. Während „Mega Man 7“ lediglich aufgrund der alten Tugenden der Reihe überzeugen konnte und den Konsolenwechsel nicht für große Innovationen ausnutzte, lag es am etwas später erschienenen „Mega Man X3“, SpielerInnen zu zeigen, dass das Franchise keinesfalls veraltet ist. Dadurch verdeutlichte sich auch der Trend, dass die „Mega Man X“-Reihe der Hauptreihe den Rang ablief.

 

Der Plot dreht sich in „Mega Man X3“ um den Reploid Dr. Doppler, der sein ganzes Leben daran gearbeitet hat, die Reploids davon abzuhalten, zu Mavericks zu werden. Als aufgrund seiner Erfolge Frieden einzukehren scheint und die Metropole Doppler Town zu blühen beginnt, wendet sich das Blatt. Dr. Doppler selbst scheint aus unbekannten Gründen auf einmal zu rebellieren und ein Krieg droht wieder auszubrechen. Mega Man X und Zero von den Maverick Hunters müssen der Sache auf dem Grund gehen und wieder einmal eine Katastrophe verhindern.

Auf SpielerInnen wartet, wie gewohnt, actionreiche Side-Scrolling-Unterhaltung auf hohem Niveau inklusive aller Eigenschaften, die die Reihe ausmachen. Dazu zählen vor allem das grandiose Gameplay, das von der ersten Sekunde in seinen Bann zieht, die abwechslungsreichen Levels samt Endbosse und Waffen, die früher oder später in den Besitz von Mega Man X wandern, sowie der enorm fordernde Schwierigkeitsgrad, der nicht nur AnfängerInnen in die Knie zwingen kann. Alles beim Alten also und auch wenn das Spiel tatsächlich nicht vor Innovationsdrang strotzt, haben es ein paar Neuerungen doch ins Spiel geschafft.

 

Mit ein Paar sind dabei tatsächlich zwei Stück gemeint. Zum einen ist als größte Neuerung nun die Figur Zero steuerbar, so dass in den Levels Plattformen zu finden sind, in denen man die Hauptfigur tauschen kann. Zero spielt sich dabei angenehm ähnlich wie Mega Man X, so dass man sich keinesfalls komplett umstellen muss, aber auch abwechslungsreich anders als sein blauer Kompagnon. Während Zero etwas größer als X ist, was ihn zu einer größeren Zielscheibe für die Gegner werden lässt, und dadurch etwas träger wirkt, kann er mit seinen Waffen auftrumpfen. Vor allem sein Säbel sorgt im Kampfgeschehen für Abwechslung, denn er lockt in riskante Nahkampfmanöver – als Lohn winken verheerende Treffer gegen die Gegner. Wer nun glaubt, dass das Spiel durch den Einsatz von Zero einfacher wird, hat nur zum Teil recht, denn obwohl Zero tatsächlich die stärkeren Attacken und mehr Lebensenergie hat, hat er auch einen brutalen Nachteil, denn sollte er einmal zerstört werden, kann er im gesamten Spiel nicht mehr eingesetzt werden. Die zweite Neuerung hängt auch damit zusammen, so gibt es erstmals alternative Enden, die davon abhängig sind, was im Spiel mit Zero geschehen ist. Sollte es beim ersten Mal also schief gelaufen sein, motiviert das alternative Ende zusätzlich, das Spiel noch einmal in Angriff zu nehmen.

 

Wer „Mega Man X2“ schon gespielt hat, weiß auch, was er von „Mega Man X3“ grafisch zu erwarten hat. Sogar der Cx4-Chip, der für einige 3D-Effekte im Spiel verantwortlich ist, feiert ein Comeback und zugleich seinen zweiten und letzten Auftritt überhaupt. Neben der, wie schon in den Vorgängern, gelungenen grafischen Umsetzung kann auch der Soundtrack auftrumpfen und liefert eine mitreißende Soundkulisse, die wieder einigen Perlen, wie die Titel „Neon Tiger“, „Gravity Beetle“, „Toxic Seahorse“ oder „Maverick Introduction“, zu bieten hat.

Fazit

Auch „Mega Man X3“ ist, wie seine Vorgänger, actionreiche Unterhaltung auf hohem Niveau. Nicht nur kann das Spiel aufgrund bewährten Tugenden der Reihe punkten, sondern auch etwas frischen Wind reinbringen, vor allem durch die Möglichkeit, nun auch Zero steuern zu können. Grafisch und soundtechnisch lässt das Spiel ebenfalls keine Wünsche offen, so dass von einem rundum gelungenen Spiel gesprochen werden kann. Ein würdiger Abschluss der „Mega Man X“-Reihe auf der SNES, denn für die nächsten Teile sollte Capcom Nintendo den Rücken kehren ...


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