BioShock 2


„Down on the Water, Out in the Sea“

„BioShock“ von Irrational Games sorgte im Jahr 2007 für Furore und verzauberte SpielerInnen mit einem der faszinierendsten und zugleich erschreckendsten virtuellen Orte aller Zeiten: Rapture. Eine Rückkehr in die dystopische Unterwasserstadt schien allerdings unwahrscheinlich, so gab die Handlung keinen Anlass zur Hoffnung. Aber Erfolgskonzepte bleiben in der Videospielindustrie selten ohne Fortsetzung und so erblickte „BioShock 2“ Anfang 2010 das Licht der Welt. Die Entwicklung übernahm 2K Marin, das schon an der PlayStation 3-Portierung von „BioShock“ beteiligt war.

 

Rapture. 1968. Acht Jahre sind seit den Ereignissen aus „BioShock“ vergangen und „die Familie“ um die Psychologin Sofia Lamb hat die Macht in der Unterwasserstadt an sich gerissen. In dieser Welt erwacht „Subject Delta“ aus einem langen Schlaf. Als einer der ersten Big Daddys war Delta vor dem Sturz von Andrew Ryan für den Schutz von Eleanor Lamb verantwortlich, Sofia Lamb hatte allerdings andere Pläne mit ihrer Tochter und trieb Delta in den Selbstmord. Zehn Jahre danach kehrt Delta aus dem Reich der Toten zurück und hat nur ein Ziel vor Augen: Seine Little Sister Eleanor finden.

Da die Handlung von „BioShock“ abgeschlossen war, war 2K Marin gefordert, eine neue Geschichte zu entwickeln. Man traf eine gute Entscheidung, indem man nicht eine plumpe Kopie nach dem Schema „ein Fremder kommt in die Unterwasserstadt“ servierte. Die Hauptfigur sollte jemand sein, der mit Rapture vertraut ist. Die Wahl fiel dabei passenderweise auf einen „Ureinwohner“ von Rapture: Ein Big Daddy der ersten Generation. Der Plot ist dabei nicht gerade komplex, bleibt aber aufgrund der mitreißenden und emotionalen, wenn auch ziemlich geradlinigen Suche nach Eleanor stets interessant.

 

Dadurch, dass SpielerInnen Rapture von einem anderen Blickwinkel kennenlernen, verliert die Unterwasserstadt im Vergleich zum Vorgänger nichts von ihrer Faszination. Darüber hinaus besucht Subject Delta neue Locations in Rapture und macht die Bekanntschaft mit neuen Wesen, etwa der gar einem Big Daddy überlegenen Big Sister, die unheimliches Leben ins Geschehen bringen. Atmosphärisch sucht „BioShock 2“, ebenso wie der Vorgänger, im Videospielbereich seinesgleichen und durch die gelungene musikalische Begleitung, unheimliche Soundkulisse und Stimmen von GegnerInnen, WegbegleiterInnen oder aus der Vergangenheit werden SpielerInnen immer tiefer in diese verrückt-faszinierende Welt gezogen. Einen Teil dazu trägt sicher die grandiose Grafik bei, die wie schon beim Vorgänger zu glänzen weiß und dieses Mal das Wasserelement weiter in den Mittelpunkt rückt, wodurch der Zerfall von Rapture spektakulärer in Szene gesetzt und die düstere, nahezu hoffnungslose Stimmung weiter gesteigert wird.

 

Spielerisch hat sich in „BioShock 2“ hingegen wenig getan, so dass sich der Big Daddy überraschend ähnlich wie Jack aus Teil eins steuert. Ein paar Unterschiede zu seinem Vorgänger hat Subject Delta aber doch vorzuweisen. Neben der Fähigkeit, sich auch unter Wasser fortbewegen zu können, hat Subject Delta noch ein paar neue Waffen und Plasmids auf Lager. Viel wichtiger ist aber die neue Fähigkeit, Waffen und Plasmids simultan handhaben zu können. Das gelungene Gameplay aus dem Vorgänger wurde somit optimiert und erlaubt es, durch die Kombinationsmöglichkeiten von Waffen und Plasmids einen eigenen Stil zu kreieren und mehrere Taktiken für die verschiedenen Gegner zu entwickeln. Neben dem Kämpfen ist man vor allem damit beschäftigt, Rapture zu erkunden und nach Geld und ADAM Ausschau zu halten, um durch neue oder verbesserte Waffen, Plasmids oder das Optimieren der EVE- und Lebensleiste für den weiteren Verlauf gewappnet zu sein.

Fazit

„BioShock 2“ ist eine würdige Fortsetzung des Survival-Horror-Adventure-Shooter-Hits aus dem Jahr 2007. Das gelungene Gameplay aus dem Vorgänger wurde dabei ausreichend weiterentwickelt und erlaubt es SpielerInnen, aus der Kombination von Waffen und Plasmids einen eigenen Stil zu perfektionieren. Der Plot ist an und für sich wenig aufregend, durch die Suche von Subject Delta nach seiner Little Sister Eleanor lernt man allerdings weitere Facetten von Rapture kennen. Das Spiel bleibt daher stets interessant und bis zum Ende mitreißend. Der heimliche Star bleibt ohnehin die Unterwasserstadt selbst, die in eine schaurig-schöne Welt zu entführen weiß.


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