Uncharted 3: Drake’s Deception


„Nathan Drake und das verlorene Wüstenreich“

Der amerikanische Spieleentwickler Naughty Dog („Crash Bandicoot“, „The Last of Us“) etablierte 2007 mit „Uncharted: Drake’s Fortune“ die neuen Referenzmarke im Action-Adventure-Genre und konnte sich 2009 auch noch selbst ordentlich übertrumpfen mit „Uncharted 2: Among Thieves“. Wiederum zwei Jahre später folgte mit „Uncharted 3: Drake’s Deception“ der dritte Teil um den Schatzjäger Nathan Drake. Bei der heißersehnten Fortsetzung stellte sich hauptsächlich eine Frage: Kann Naughty Dog wieder eine Schippe drauflegen und ein neues Genre-Highlight aus dem Ärmel schütteln?

 

Nathan „Nate“ Drake und Victor „Sully“ Sullivan scheinen zur Abwechslung einen sicheren Job in der Tasche zu haben, so soll der Verkauf von Sir Francis Drake‘s Ring Unsummen an Geld einbringen. Der Deal ist allerdings ein Köder, um der skrupellosen Katherine Marlowe und ihrem Handlanger Talbot auf die Spur zu kommen. Marlowe hatte es schon vor 20 Jahren auf den Ring abgesehen und dabei die Bekanntschaft von Nate und Sully gemacht. Der Grund für die Besessenheit von Marlowe blieb stets unbekannt. Nun haben der Schatzsucher und sein Mentor aber herausgefunden, dass sie den Spuren von Sir Francis Drake und T. E. Lawrence auf der Suche nach der verschollenen Stadt Iram, das „Atlantis des Sandes“, folgt. Für Nate ist das der Startschuss für ein Abenteuer, das ihn bis in die Rub al-Khali Wüste führt und bei dem er dem dunklen Geheimnis um den Untergang von Iram gefährlich nahe kommt.

Um die Antwort auf die Frage aus der Einleitung gleich vorwegzunehmen, kann kurz und bündig gesagt werden, dass „Uncharted 3: Drake’s Deception“ wieder ein unterhaltsames Abenteuer mit all den Elementen, die die Marke berühmt gemacht haben, sowie ein guter Mix aus Rätsel-, Shooter- und Geschicklichkeitspassagen geworden ist, allerdings keinen neuen Standard à la „Uncharted 2: Among Thieves“ setzt. Dafür gibt es einige Gründe, oftmals lediglich Kleinigkeiten, die aber zusammen alles in allem das dritte Abenteuer von Drake nicht ganz so rund und aus einem Guss wirken lassen, wie den direkten Vorgänger.

 

In diesem Zusammenhang ist vor allem die Level-Struktur des Spiels zu nennen, so konnten sich die Entwickler ordentlich austoben und Drake rund um den Globus schicken, was auch Abwechslung bringt, man kommt aber nie wirklich rein in das Abenteuer, so wird man quasi von einem Ort zum nächsten gehetzt. Bestätigt fühlt sich dieses Gefühl mit einem Blick auf die Spielzeit, so dauert das Ganze knapp acht Stunden – ähnlich lang wie Teil eins und kürzer als Teil zwei – und für diese Zeit hat man fast einen Tick zu viel erlebt. Dafür wartet jede Location mit mindestens einem großen Highlight auf, so überbieten manche Szenen, etwa die Flucht aus einer brennenden Villa oder der Absturz eines Flugzeugs, alles, was in Sachen spektakulärer Inszenierung bisher zu sehen war. Dafür gibt es dazwischen kleine, für die Serie untypische Hänger, die aber verschmerzbar sind, da sie nicht schwer ins Gewicht fallen.

 

Ein guter Ansatz war es, sich etwas mehr mit der Geschichte des charismatischen, aber doch bislang sehr geheimnisvollen Drake auseinanderzusetzen, so verleihen ihm seine im Mittelpunkt stehende Beziehung zu Mentor Sully und eine etwas andere, egoistische Seite mehr Persönlichkeit. Von den Charakteren lebt die Reihe ja auch allgemein und so ist es leicht enttäuschend, dass die Neuzugänge, etwa Charlie Cutter als Partner von Drake oder Talbot und Marlowe als die Bösewichte, etwas blass bleiben bzw. nicht ihr Potenzial ausschöpfen können. Spielerisch gibt es auch kleinere Neuerungen, die allesamt zu überzeugen wissen, so war die Möglichkeit, Granaten auf die Gegner zurückzuwerfen, längst fällig und fügt sich perfekt ins Gameplay ein, und der Nahkampf gestaltet sich nun ausgefeilter und fordernder, wird im Spiel aber etwas überstrapaziert. Dazu gibt es eine herrliche Präsentation in Sachen Grafik und Soundtrack sowie einen Multiplayer-Modus, der wieder Unterhaltung für Stunden garantiert.

Fazit

Die Kritik mag etwas negativ klingen, das liegt aber eher daran, dass sich „Uncharted 3: Drake’s Deception“ am in allen Belangen genialen Vorgänger und somit an einer extrem hohen Erwartungshaltung messen lassen muss. Das Spiel an sich macht nämlich, trotz kleinerer Schwächen, serientypisch sehr viel Spaß und unterhält von der ersten bis zur letzten Minute mit spektakulärer Action, humorvollen Dialogen und sympathischen Charakteren. Zwischenzeitlich stellt sich zwar durchaus mal die Frage, ob die Luft aus der Reihe etwas raus sei, am Ende des Tages allerdings freut man sich schon auf das nächste Abenteuer von Drake und Co.


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