Time Hollow


„Time Kid in Trouble“

Dass der Nintendo DS wie geschaffen für Point-and-Click-Adventures ist, haben schon einige Entwickler wie Capcom („Ace Attorney“-Reihe) oder Cing („Hotel Dusk: Room 215“) bewiesen, so dass auch Konami („Metal Gear Solid“, „Silent Hill“) im Jahr 2008 einen Versuch unternahm. Dabei agierte Konami lediglich als Publisher, denn „Time Hollow“ wurde vom hierzulande eher unbekannten Studio Tenky entwickelt.

 

Die Geschichte dreht sich um den jungen Ethan Kairos, der an seinem 17. Geburtstag feststellen muss, dass seine Eltern scheinbar vor zwölf Jahren verschwunden sind, obwohl er noch am Tag davor mit ihnen zusammen war. Außerdem erhält er einen „Hollow Pen“, mit dem er die Vergangenheit manipulieren kann, um so seine Gegenwart zu verändern – mit teils verheerenden Konsequenzen. Als eine weitere Person einen „Hollow Pen“ zu benutzen scheint, droht die Situation zu eskalieren.

Typisch für das Genre gilt es, verschiedene Gegenden zu erkunden und sich mit seinen Mitmenschen zu unterhalten. Dabei ist man auf relativ wenig Orte beschränkt, die sich aber aufgrund der zahlreichen Parallelwelten stets etwas anders präsentieren. Die Hauptfigur hat dabei immer neue Flashbacks und in erster Linie geht es im Spiel darum, herauszufinden, was hinter den Ereignissen steckt, um so die Vergangenheit zu verändern. Dies geschieht, indem man etwa Gegenstände in die Vergangenheit platziert oder sich gar mit Personen aus der Vergangenheit unterhält, was nur in seltenen Fällen möglich ist.

 

Der Schwierigkeitsgrad dabei hält sich stark in Grenzen, denn SpielerInnen werden eher geradlinig durch das Abenteuer geführt. Dafür kann sich die interessante und durchaus schlüssige – nicht immer der Fall bei Zeitreisegeschichten – Handlung flüssig entwickeln und hält Genre-Fans für die gesamte Spielzeit von knapp sechs Stunden auf Trab. So etwas wie eine Lebensanzeige gibt es auch, welche bei jeder Intervention mit der Zeit abnimmt, jedoch ist es äußerst schwer bis unmöglich, wirklich zu verlieren.

 

Grafisch ist das Spiel mehr als gelungen, typisch für das Genre sind dabei die Locations Standbilder, diese sind aber in Vorder- und Hintergründe unterteilt, so dass ein netter 3D-Effekt entsteht. Das Charakterdesign könnte dabei aus einer Anime-Produktion stammen, was nicht verwunderlich ist, da man bei den Zwischensequenzen in der Tat mit Anime-Filmchen beglückt wird. Bei diesen Sequenzen ist die englische Tonspur leider zum Vergessen – da hätte ich lieber die Originaltonspur gehabt. Abgerundet wird das Ganze von einem passenden und eingängigen Soundtrack und einer unkomplizierten Steuerung.

Fazit

„Time Hollow“ ist ein gelungenes Point-and-Click-Adventure, welches zwar nicht allzu fordernd daherkommt, jedoch dank dem spannenden Plot über die volle Distanz zu unterhalten weiß. Abgerundet wird der positive Eindruck von der schicken Grafik im Anime-Stil und der musikalischen Untermalung, die gemütlich und eingängig das Geschehen unterstreicht. Anime- und Adventure-Fans werden sicher ihren Spaß damit haben.


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