Phoenix Wright: Ace Attorney


„Please mind the objections and enjoy the trial“

Im Jahr 2001 erblickte in Japan die skurrile Gerichtssimulation „Phoenix Wright: Ace Attorney“ für Game Boy Advance das Licht der Welt. Es dauerte ganze fünf Jahre, bis eine aktualisierte Version für Nintendo DS auch in Europa erschien, die die Vorteile des moderneren Handhelden von Nintendo nutzte. Neben den vier Fällen aus dem Originalspiel bescherte Entwickler Capcom („Mega Man“, „Resident Evil“) den SpielerInnen einen komplett neuen Fall: „Rise from the Ashes“.

 

Im Adventure schlüpfen SpielerInnen in die Rolle des jungen Anwalts Phoenix Wright. Die Fälle präsentieren sich stets in zwei Abschnitten: Vor den Gerichtsverhandlungen muss man Tatorte besuchen, Zeugen befragen oder Beweise überprüfen. Diese Abschnitte sind nicht sonderlich fordern, versorgen SpielerInnen aber mit der nötigen Information für die darauffolgenden Verhandlungen. Diese sind dann das Herzstück des Spiels, denn die interessanten Geschichten werden spannend inszeniert, warten mit unerwarteten Wendungen auf und fordern Geschick, Beobachtungsgabe und Geduld.

Der erste Fall – passend „The First Turnabout“ genannt – ist erwartungsgemäß leicht lösbar und als ein Tutorial anzusehen. Die restlichen Fälle sind schon interessanter, da öfter Charaktere aus dem Umfeld von Phoenix Wright involviert sind. Alle diese Fälle – „Turnabout Sisters“, „Turnabout Samurai“, „Turnabout Goodbyes“ und eben „Rise from the Ashes“ – sind auf ihre eigene Art und Weise stets abwechslungsreich und schlicht genial-verrückt.

 

Dafür sind in erster Linie die herrlichen Charaktere verantwortlich, die mit ihren Eigenarten für Leben im Gerichtssaal sorgen. So ist zum Beispiel Hauptdarsteller ein zynischer Verteidiger und seine Assistentin Maya Fey eine kindische Gestalt, die mit der Geisterwelt in Verbindung treten kann. Auch die Gegenseite kann mit charmanten Persönlichkeiten punkten, wie es der Anwalt auf der Klägerseite, Miles Edgeworth, beweist. Dies sind aber nur die herausragenden Persönlichkeiten, denn das Spiel ist voller schräger Gestalten, die den Humor im Spiel gut platziert zum Vorschein bringen.

 

Da die ersten vier Fälle erstmals auf den Game Boy Advance erschienen sind, wurde noch nicht das Potenzial des Nintendo DS ausgespielt. Erst im DS-Fall können SpielerInnen bei den Ermittlungen zu mehr Methoden greifen, die auch für Abwechslung sorgen. Zu den neuen Methoden im letzten Fall zählen die Suche nach Fingerabdrücken, die Untersuchung einer Videoaufnahme oder die 3D-Ansicht der Beweise. Wenn man will, kann man auch „Objection“ bzw. „Einspruch“ in das Mikro schreien, anstatt die Option einfach anzuklicken – Geschmackssache.

 

Die Grafik präsentiert sich im Visual Novel-Stil. Die liebevoll gestalteten Charaktere sind sicherlich die Stärke, auch wenn sie nur begrenzte Bewegungsabläufe gespeichert haben, reicht dies vollkommen. Die musikalische Untermalung ist auch ausgezeichnet gelungen. Der Soundtrack punktet meistens mit gemütlichen und eingängigen Melodien, wird die Handlung aber rasanter, so dreht auch die Musik auf und die flotten Beats fetzen ordentlich. Die Sprachausgabe beschränkt sich auf die Sätze „Objection“, „Take That“ und „Hold It“, ist aber vollkommen ausreichend und unterstreicht die Bedeutung dieser Ausrufe.

Fazit

„Phoenix Wright: Ace Attorney“ ist ein unterhaltsames Vergnügen zum Mitdenken. Highlights sind die mitreißenden Gerichtsverhandlungen voller Wendungen und die schrägen Charaktere. Auch die technische Umsetzung kann vollkommen überzeugen. Die fünf Fälle halten SpielerInnen für eine überraschend lange Zeit auf Trab – näher an eine spannende sowie unterhaltsame Gerichtsverhandlung wird man selten kommen, schon gar nicht als Star-Anwalt in spe. Heute erfreulicherweise auf nahezu allen Konsolen und gar Smartphones erhältlich.


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