Mega Man 3


„Robo-Held sucht Robo-Hund und Robo-Bruder“

Nachdem die Entwicklung von „Mega Man 2“ vom Entwickler-Team um Keiji Inafune noch fast erzwungen werden musste, erkannte Capcom („Street Fighter“, „Phoenix Wright: Ace Attorney“) durch die knapp eineinhalb Millionen verkauften Module auch das wirtschaftliche Potenzial der Marke und gab eine weitere Fortsetzung in Auftrag. Das 1990 erschienene „Mega Man 3“ für NES verkaufte sich schlussendlich auch prächtig, selbst wenn es unter enormen Druck entstanden ist. Diese Anekdote sei aber nur am Rand erwähnt, denn es schadete der Beliebtheit von „Mega Man 3“ unter SpielerInnen keinesfalls.

 

Auf der Welt scheint endlich Frieden eingekehrt zu sein und sogar der ehemalige Erzbösewicht Dr. Wily arbeitet nun zusammen mit Dr. Light am ewigen Traum der friedlichen Koexistenz von Mensch und Maschine. Eines Tages allerdings laufen die neuesten Robot Masters Needle Man, Magnet Man, Gemini Man, Hard Man, Top Man, Snake Man, Spark Man und Shadow Man scheinbar grundlos Amok und es liegt an Mega Man, sie aufzuhalten. Rätsel bereitet auch der mysteriöse Break Man, der sich stets aufs Neue mit Mega Man duelliert, diesem aber auch immer wieder aus der Patsche hilft.

Die „Mega Man“-Reihe ist sicherlich nicht dafür bekannt, vor Innovation zu strotzen und in jeder neuen Ausgabe die Fangemeinde zu überraschen. Entsprechend hat sich in „Mega Man 3“ im Vergleich zum Vorgänger nicht viel getan, eine entscheidende Neuerung hat es aber dann doch ins Spiel geschafft. Die Rede ist von der Slide-Fähigkeit, die SpielerInnen vor allem gegen Bosse neue Taktiken ermöglicht und minimal mehr Geschwindigkeit ins Spiel bringt. Erwähnenswert sind auch die Einführungen von Robo-Hund Rush und Proto Man, die sich rasch als Fixstarter der Reihe etablierten.

 

Das Spiel, als Finale der Reihe konzipiert, nicht nur wegen des Untertitels „Das Ende von Dr. Wily“, sondern auch weil die bisherigen Ereignisse am Ende rekapituliert werden und die Robot Masters der beiden Vorgänger kleinere und größere Auftritte haben, verfolgt ansonsten das alte Fortsetzungsrezept: etwas mehr von allem. Dies macht sich vor allem im Umfang bemerkbar, so müssen nach den acht Robot Master Stages vier davon in abgewandelter Form noch einmal bewältigt werden, bevor im Showdown das Schloss des Bösewichts gestürmt wird. Fast nicht mehr zu erwähnen sind typische Elemente wie der enorm hohe Schwierigkeitsgrad, die schicke Grafik sowie der charmante 8-Bit-Soundtrack.

Fazit

„Mega Man 3“ schafft es, die Tugenden der Vorgänger weiter zu optimieren, in erster Linie durch die neue Fähigkeit von Mega Man, zu rutschen, wodurch das Gameplay von Teil drei den ersten zwei Spielen das gewisse Etwas voraus hat: Geschwindigkeit. Ansonsten baut man ohne viel Innovationsdrang auf die altbekannten Stärken der Reihe und liefert ein rundum gelungenes Paket ab, welches technisch und spielerisch zu überzeugen weiß – obendrein feiern die heute schon klassischen Figuren Rush und Proto Man ihren Einstand.


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