Uncharted 2: Among Thieves


„Nathan Drake und der eisige Himalaya-Express“

Der Abenteurer Nathan Drake legte im Jahr 2007 in „Uncharted: Drake’s Fortune“ ein fulminantes Debüt hin und bescherte dem Entwicklerstudio Naughty Dog („Crash Bandicoot“, „The Last of Us“) einen beachtlichen Erfolg. Das Spiel gehörte auch zwei Jahre nach seiner Veröffentlichung zu den Referenztiteln der PlayStation 3, doch Naughty Dog gab sich damit nicht zufrieden und schlug mit der Fortsetzung „Uncharted 2: Among Thieves“ zum Angriff, um alles bisher Dagewesene in den Schatten zu stellen.

 

Zwei Jahre nach den Ereignissen aus „Uncharted: Drake’s Fortune“ ist Drake zusammen mit seinen Freunden Harry Flynn und Chloe Frazer auf den Spuren von Marco Polo, um den sagenumwobenen Cintamani-Stein zu finden. Aus der Schatzjagd wird allerdings bald bitterer Ernst, denn der skrupellose Zoran Lazarevic ist ebenfalls hinter dem Stein her. Mit der Hilfe alter Bekannter wie Elena Fisher oder Victor „Sully“ Sullivan kommt Drake dem Stein immer näher, bis es in den Bergen des Himalayas zum Showdown kommt.

 

Der Vorgänger machte schon nahezu alles richtig und war eine gelungene Mischung aus Action-Adventure und Third-Person-Shooter. Umso erfreulicher ist daher, dass Naughty Dog es wirklich geschafft hat, den ersten Teil sogar zu übertreffen. In „Uncharted 2: Among Thieves“ hat sich vom Spielprinzip prinzipiell wenig geändert, so schafft das Spiel wieder eine gelungene Balance aus spektakulären Schusswechseln, spannenden Sprung- und Kletterpassagen, wilden Verfolgungsjagden und interessanten – wenig fordernden – Rätseln.

Die kleinen Verbesserungen bzw. Erweiterungen machen den Reiz des Spiels aus, natürlich neben der bombastischen Inszenierung und den sympathischen Charakteren. So sind im Spiel nun Stealth-Passagen zu finden, die noch einmal mehr Abwechslung reinbringen. Auch wurde das Nahkampf-System überarbeitet, so dass man sich öfter in Kämpfe stürzt. Auffällig ist auch, dass man nun oft mit anderen Charaktere unterwegs ist, mit denen man interagieren muss und die einem bei Schusswechsel zur Seite stehen. Leider wurde auf einen Coop-Story-Modus verzichtet, die KI schlägt sich aber sehr gut. Auch die Steuerung ist einen Tick besser gelungen, da die Sixaxis-Funktion nun nicht mehr verwendet wird.

 

Die Grafik kann das Feuerwerk an spektakulären Szenen sehr gut umsetzen und versteht es gekonnt, die abwechslungsreichen Landschaften – Dschungel, Stadt, Berge – zum Leben zu erwecken. Auch das Charakterdesign weiß zu gefallen, so zeigen die Figuren etwas mehr Mimik und Gestik als im Vorgänger. Der Soundtrack passt wie die Faust auf Auge, orientiert sich ebenfalls stark an die Musik des Vorgängers und sorgt so für eine rundum gelungene Untermalung.

 

Eine wirkliche Neuerung gibt es aber doch, und zwar den Multiplayer-Modus. Hier kann man online in verschiedenen Modi gegen andere SpielerInnen antreten – u.a. Deathmatch, Eliminierung, Revierkampf – oder kleinere Coop-Missionen bestreiten. Durch das grandiose Gameplay, welches es erlaubt, alle Fähigkeiten aus dem Einzelspieler-Modus zu verwenden, und die berauschende Grafik sorgt der Multiplayer dafür, dass „Uncharted 2: Among Thieves“ auch nach dem Durchspielen des Story-Modus länger im Laufwerk bleibt.

Fazit

„Uncharted 2: Among Thieves“ mag zwar keine bahnbrechende Neuerungen im Vergleich zu „Uncharted: Drake’s Fortune“ haben, ist aber aufgrund zahlreicher Verbesserungen und Erweiterungen im Gameplay, einer noch spektakuläreren Inszenierung und einer längeren Spielzeit von ungefähr zwölf Stunden auf jeden Fall der bessere Titel und war auch lange der Genre-Benchmark. Dazu gekommen ist außerdem der gelungene Multiplayer-Modus, der Spaß für unzählige Stunden garantiert. Pflichtprogramm für alle PS3- und PS4-BesitzerInnen.


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