Geheimakte 2: Puritas Cordis


„Mit Nina, Charme und der Reinheit des Herzens“

Nach dem Erfolg des Point-and-Click-Adventures „Geheimakte Tunguska“ aus dem Jahr 2006 folgte zwei Jahre später eine Fortsetzung. „Geheimakte 2: Puritas Cordis“ wurde, wie schon der Vorgänger, von den deutschen Studios Fusionsphere Systems und Animation Arts entwickelt. Neben der Veröffentlichung für PC wurde das Spiel auch durch Keen Games („Anno: Erschaffe eine neue Welt“) für Wii, DS und später gar Nintendo Switch adaptiert.

 

Nach den Ereignissen von „Geheimakte Tunguska“ ging die Beziehung von Nina Kalenkow und Max Gruber in die Brüche. Während Max seiner Arbeit in Südostasien nachgeht, will Nina lediglich Abstand gewinnen und macht eine Kreuzfahrt. Beide kommen allerdings einer Verschwörung auf die Spur, die die zahlreich auftretenden Naturkatastrophen erklären könnte. Daran beteiligt scheint die zwielichtige Sekte Puritas Cordis unter der Leitung von Pat Shelton, der die Katastrophen vorhersagt und von einem neuen Zeitalter spricht.

 

Typisch für das Genre werden in „Geheimakte 2: Puritas Cordis“ verschiede Locations besucht, Gegenstände aufgesammelt und kombiniert, Rätsel gelöst und Personen getroffen. Leider kann der Plot aber keine Glanzpunkte setzen und ist in wenigen Worten zusammengefasst, so dass Spannung oder Überraschungen kaum geboten werden. Gelungen ist hingegen wieder der Humor, vorgetragen vor allem von der charismatischen Hauptfigur Nina, während Max auch dieses Mal nicht wirklich sympathisch ist.

Die Rätsel sind im Großen und Ganzen auf gutem Niveau, durchaus fordernd und großteils auch nachvollziehbar, führen allerdings vereinzelt zu Frust. Das liegt aber zu einem großen Teil an der Steuerung. Während es im Vorgänger keinerlei Probleme damit gab, präsentiert sich die Steuerung hier viel zu kleinlich, vor allem beim Verwenden und Kombinieren von Gegenständen. Wenn man nicht ganz genau das anvisierte Ziel berührt, wird der Befehl als falsch angezeigt. Das Problem dabei ist, dass man nicht erkennt, ob man lediglich etwas daneben getippt hat oder das Rätsel falsch angegangen ist. So kommt es vor, dass man glaubt, man wäre auf dem Holzweg, obwohl man in Wirklichkeit nur knapp daneben getippt hat.

 

Bei der Grafik hat sich im Vergleich zum Vorgänger wenig getan, so dass vor allem die Hintergründe weiterhin zu überzeugen wissen. Die Zwischensequenzen sind etwas schöner gelungen, da es weniger zu verpixelten Darstellungen kommt, dafür erscheinen die Charaktere im Spiel etwas weniger ansprechend als noch in „Geheimakte Tunguska“. Der Soundtrack ist gelungen und passend gewählt zu den jeweiligen Locations. Die gute Sprachausgabe während der Zwischensequenzen rundet das Bild positiv ab.

Fazit

„Geheimakte 2: Puritas Cordis“ kann nicht mit dem Vorgänger „Geheimakte Tunguska“ mithalten. Dafür ist die Story zu schwach und einige Mängel, wie bei der Steuerung, stören doch. Wer allerdings von „Geheimakte Tunguska“ angetan war und mehr Abenteuer mit Nina Kalenkow (und Max Gruber) erleben will, kann bedenkenlos zugreifen, denn es wird solide Point-and-Click-Unterhaltung geboten.


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