Detektiv Conan: Die Mirapolis-Ermittlung


„Geschrumpfter Spielspaß für Hobby-Detektive“

Die Geschichten um den geschrumpften Detektiven Conan Edogawa sind hierzulande aufgrund der Manga- und Animeveröffentlichungen bekannt. Während in Japan auch schon zahlreiche Videospiele zum Franchise erschienen sind, erschien 2009 erstmals auf dem deutschsprachigen Markt ein Spiel zur Reihe. Verantwortlich für „Detektiv Conan: Die Mirapolis-Ermittlung“ für Nintendo Wii war das Studio Marvelous Entertainment – bekannt vor allem für ihre „Harvest Moon“-Reihe.

 

In diesem Fall landen Conan und Co. in der Eröffnungsfeier von Vergnügungsparadies Mirapolis, wo schon kurz nach Ankunft eine Mordserie die Feierlichkeiten überschattet. Als dann auch die Ein- und Ausgänge verriegelt werden, ist klar, dass der Täter auch noch unter den geladenen Gästen ist. Conan muss nun schnell ermitteln, um weitere Opfer zu verhindern und da die Polizei keinen Zugang zu Mirapolis hat, liegt es auch an ihm, den Mörder zu schnappen.

 

Die Ermittlungen gestalten sich leider alles andere als interessant, so muss man die Hauptfigur nur durch die gleichbleibenden Gängen von Mirapolis führen und mit anderen Personen sprechen oder Beweise finden. Hat man einmal genug Hinweise, muss man eine Indizienkette bilden und schon ist man ein Kapitel weiter. Dabei muss gar nicht selbst mitgedacht werden, denn die Ereignisse lösen sich eigentlich von selbst. Vereinzelte Minispiele lockern die langweilige Routine etwas auf, so kann man Fußball, Curling oder Videospiele in der Spielhalle spielen.

Grafisch befindet sich das Spiel auf einem durchwachsenen Niveau, denn während die Figuren und die Umgebung solide aussehen, können die Bewegungen der Charaktere an Steifheit kaum überboten werden. Während den Dialogen geben sich die Figuren im Anime-Stil die Ehre. Der Soundtrack ist aus der Serie bekannt, wiederholt sich aber oftmals. Lobenswert ist die Sprachausgabe in japanischer und englischer Sprache – leider sind bei den Untertiteln aber vereinzelt Fehler passiert, die aber zu verkraften sind.

 

Die Steuerung funktioniert über die Wii-Fernbedienung und dem Nunchuk durchaus solide, leider sind die wichtigsten Funktionen etwas umständlich auf die Knöpfe der Controller aufgeteilt. Auch die Bewegung macht etwaige Probleme, vor allem aufgrund der schwachen Kameraführung, die stets mit der B-Taste nachjustiert werden muss. Oftmals kann man sich aber weite Strecken ersparen, indem man den Lift benutzt oder den Ort an der Karte auswählt und so direkt hinkommt.

Fazit

Die Geschichten um Conan Edogawa würden sich wunderbar eignen, um ein familiengerechtes Point-and-Click-Adventure zu gestalten. Leider hat man hier auf ein anderes Pferd gesetzt und voll daneben gegriffen. Während die Story durchaus solide ist, bleibt der Spielspaß in den knapp sieben Stunden ordentlich auf der Strecke aufgrund wiederholender und nicht fordernder Aufgaben und einer alles andere als einwandfreien technischen Umsetzung.


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