Assassin’s Creed: Bloodlines


„Assassin's Island: Portable Ops“

Durch den enormen Erfolg von „Assassin’s Creed“ (PlayStation 3, XBox 360, PC) im Jahr 2007 wollte sich Entwickler Ubisoft Montreal („Splinter Cell“, „Prince of Persia: The Sands of Time“) den Hype zunutze machen und startete einen Eroberungsfeldzug auf allen damals gängigen Konsolen. Nachdem die Heimkonsolen abgedeckt waren und Ubisoft Montreal selbst an „Assassin’s Creed II“ arbeitete, wurde andere Entwicklerstudios beauftragt, Abenteuer von Altair Ibn La-Ahab für Handhelden zu erschaffen. Nachdem der erste Versuch, das Prequel „Assassin’s Creed: Altair’s Chronicles“ für Nintendo DS, mäßig erfolgreich war, setzte man die Hoffnungen auf das Sequel „Assassin’s Creed: Bloodlines“ für PSP, bei dem Ubisoft Montreal wieder seine Finger im Spiel hatte, während der Handheldspezialist Griptonite Games („Age of Empires: Mythologies“, „Lego Star Wars“) als Co-Entwickler tätig war.

 

Im Herbst 1191, wenige Monate nach den Ereignissen aus „Assassin’s Creed“, wird der Assassine Altair auf verstärkte Aktivitäten der Templer auf Zypern aufmerksam. Kurzerhand macht er sich zusammen mit der Templerin Maria, einer alten Bekannten, auf die Reise. Dort angekommen, erfährt er von einem geheimen Archiv, das wichtige Informationen zu den Edensplittern liefern könnte, sowie von wiedererstarkten Templern, die unter der Führung von Armand Bouchart zu einer Gefahr für die Assassinen werden könnten. Nun liegt es an Altair, den Templern den Todesstoß zu verpassen und das Geheimnis des Archivs zu lüften.

Während „Assassin’s Creed: Altair’s Chronicles“, auch aufgrund der beschränkten Möglichkeiten des Nintendo DS, einen anderen Spielansatz wählte, ähnelt das Gameplay von „Assassin’s Creed: Bloodlines“ dem des Hauptspiels sehr stark. Das bedeutet, dass man sich mit Altair frei durch die Städte – hauptsächlich Limassol und Kyrenia – bewegen kann, wobei der Assassine natürlich auch auf andere seiner herausragenden Fähigkeiten zurückgreifen kann – namentlich das Klettern, das Meucheln und das Kämpfen. Leider hat man noch etwas aus dem Hauptspiel mitgenommen, nämlich die Eintönigkeit der Missionen, und diesen Mangel sogar noch auf die Spitze getrieben. Bei grob geschätzten 90 Prozent aller Missionen geht es nämlich nur darum, von Punkt A nach Punkt B zu gelangen und jemanden zu töten. Das Grundgerüst bietet darüber hinaus ein unspannender Plot. Durch diese zwei Faktoren plätschert das Spiel einfach nur so vor sich hin – da kann man fast schon positiv hervorheben, dass das in sieben Kapitel unterteilte Abenteuer überraschend kurz ist und in knapp fünf Stunden bereits Geschichte ist.

 

Als kleines Highlight können die Bosskämpfe bezeichnet werden, die etwas fordernd sind und durch die unterschiedlichen Bosse etwas Abwechslung reinbringen. Einziger Wermutstropfen ist hier das ziemlich miese Kampfsystem, das einfach keine flüssigen Kämpfe erlaubt und fast schon – etwas überspitzt formuliert – rundenbasiert daherkommt. Man wartet bis der Gegner angreift, weicht aus oder kontert, und das Ganze geht schon wieder von vorne los. Ebenfalls sehr schwach ist die KI der Gegner, so nehmen diese Altair sehr unterschiedlich wahr – mal überempfindlich, mal gar nicht, aber nie glaubwürdig. Keine Probleme gibt es hingegen bei der Steuerung, die großteils von der PlayStation 3-Version von „Assassin’s Creed“ übernommen wurde und trotz fehlender Elemente – R2, L2, rechter Stick – gut und intuitiv von der Hand geht.

 

Auch von der technischen Seite ist „Assassin’s Creed: Bloodlines“ bestenfalls durchschnittlich. Bei der Grafik fehlt es an der Detailverliebtheit, die das Hauptspiel ausgezeichnet hat. Selbstverständlich verfügt die PSP über weniger Möglichkeiten als eine PlayStation 3 oder XBox 360, aber dass mit der PlayStation Portable mehr möglich ist, beweist beispielsweise „Metal Gear Solid: Portable Ops“, das bereits drei Jahre vor dem Abenteuer auf Zypern erschien. Beim Soundtrack kann man dem Spiel hingegen weniger vorwerfen, so wird das Geschehen harmonisch begleitet. Bestenfalls durchwachsen ist wiederum die deutsche Synchronisation – da macht die englische Sprachausgabe eine weitaus bessere Figur.

Fazit

„Assassin’s Creed“ war einfach nichts für die Handhelden dieser Generation. Nach dem wenig aufregenden „Assassin’s Creed: Altair’s Chronicles“ für Nintendo DS kann auch „Assassin’s Creed: Bloodlines“ der Hauptreihe nicht einmal annähernd gerecht werden. Ein uninteressanter Plot, eintönige Missionen und das misslungene Kampfsystem sind die schwersten Mängel, die es unmöglich machen, dass Spaß aufkommt. Kleinere Highlights sind die Bosskämpfe, während das Spiel von der technischen Seite zumindest grundsolide ist. Alles in allem ist „Assassin’s Creed: Bloodlines“ aber einfach ein schwaches Spiel und nicht einmal für Fans den Franchise wirklich interessant.


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