Mega Man 2


„Erfolgreiche Videospielikone sucht PorträtistIn“

„Mega Man“ ebnete 1987 durch sein Gameplay den Weg für eine erfolgreiche Zukunft, konnte aber nicht die erhofften Verkaufszahlen erzielen und so wurde eine mögliche Fortsetzung zu einem Projekt ohne Priorität für das Entwicklerstudio Capcom („Resident Evil“, „Street Fighter“). Das Entwicklerteam um Keiji Inafune durfte überhaupt erst an einer Fortsetzung Hand anlegen, als es sich damit einverstanden erklärte, gleichzeitig an anderen Projekten zu arbeiten. In Anbetracht dieser Rahmenbedingungen und der Tatsache, dass das Spiel in nur knapp vier Monaten entwickelt wurde, ist es erstaunlich, dass „Mega Man 2“, 1988 für NES veröffentlicht, mit knapp 1,5 Millionen verkaufen Einheiten zu den erfolgreichsten Teilen der Reihe zählt.

 

Trotz der vernichtenden Niederlage gegen seinen Erzfeind Dr. Light gibt sich Dr. Wily nicht geschlagen und errichtet eine neue Festung samt acht neuer Robot Masters: Metal Man, Air Man, Bubble Man, Quick Man, Crash Man, Flash Man, Heat Man und Wood Man. Dr. Light kann sich aber wieder auf die Unterstützung von Mega Man verlassen, der Dr. Wilys erste Revolte im Keim erstickte und den verrückten Wissenschaftler wieder zur Rechenschaft ziehen muss. Dr. Wily hat dieses Mal aber ein Ass im Ärmel.

Nachdem mit „Mega Man“ ein guter Einstand gelang, lag es nun an „Mega Man 2“, das eingeführte Konzept zu optimieren, was durch Neuerungen, Erweiterungen und der Konzentration auf das Wesentliche schließlich auch gelang. Auf Seiten der Neuerungen stechen drei Elemente hervor, die das Spiel entscheidend verbessern: Zum einen wären da die eingeführten Energietanks, die aufgesammelt werden können und je nach Bedarf jederzeit zur Regeneration des Lebens eingesetzt werden können, sowie das Passwortsystem, wodurch das Spiel nicht mehr am Stück durchgespielt werden muss. Diese zwei Punkte wirken dem Frustpotenzial, welches aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrads bei „Mega Man 2“ auch wieder gegeben ist, entgegen und erhöhen den Spaßfaktor. Zum anderen sorgen spezielle Items, die Mega Man im Laufe des Spiels von Dr. Light bekommt und drei Arten von Plattformen entstehen lassen, für mehr Möglichkeiten beim Beschreiten der Levels.

 

Nachdem es Mega Man im ersten Teil noch mit sechs Robot Masters zu tun bekam, sind es in Teil zwei bereits acht – eine Zahl, die auch für sämtliche weitere Teile der Hauptreihe unverändert bleiben sollte. Auch bei der Umsetzung hat man sich noch mehr ins Zeug gelegt, so klingt der 8-Bit-Soundtrack herrlich wie eh und je und ist sogar etwas variantenreicher als noch im Vorgänger, während grafisch auch ein Sprung vollbracht werden konnte und sich nun vor allem die Hintergründe detaillierter präsentieren. Neben den Neuerungen und Erweiterungen gab es aber auch Opfer zu beklagen, so feierte der Score-Zähler kein Comeback, was aber durchaus verständlich ist – wer braucht schon einen Highscore, wenn das Überleben bereits ein hartes Stück Arbeit darstellt.

Fazit

„Mega Man 2“ ist nicht nur eine würdige Fortsetzung, sondern reizt erstmals das im Vorgänger eingeführte Spielprinzip mit der Hilfe von durchwegs kleineren Kniffen, etwa das Passwortsystem, die verbesserte Grafik oder die neu eingeführten Items, aus. Trotz der Tatsache, dass das Spiel in nur wenigen Monaten und ohne Rückendeckung von Capcom entstand, wurde „Mega Man 2“ nicht nur ein kommerzieller Riesenerfolg, sondern auch zu einem Fan-Favoriten. Mega Man war nun offiziell eine Videospielikone.


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