Fragile Dreams: Farewell Ruins of the Moon


„Fly Me To The Moon“

Die ersten Entwürfe zum japanischen Rollenspiel „Fragile Dreams: Farewell Ruins of the Moon“ entstanden im Jahr 2003, bis zur Veröffentlichung in Japan dauerte es allerdings bis 2009. Europäische und amerikanische SpielerInnen mussten sich ein weiteres Jahr gedulden, bis die Kooperation zwischen dem Entwicklerstudio tri-Crescendo („Eternal Sonata“) und Project Fragile, einem Team aus dem Hause Namco („Pac-Man“), endlich erschien.

 

Die Handlung dreht sich um den jungen Seto, der nach dem Tod seines Großvaters die Reise antritt, um weitere Menschen zu finden. Dies gestaltet sich als kein leichtes Unterfangen, denn die Menschheit wurde vor Jahren großteils ausgelöscht und nun präsentiert sich die Erde als ein trostloser Ort bewohnt von Geistern und anderen Wesen. Schon bald nach seiner Abreise trifft Seto ein mysteriöses Mädchen, welches allerdings wegläuft. Auf der Suche nach dem Mädchen kreuzen zahlreiche interessante Gestalten den Weg von Seto und auch das Geheimnis um den Untergang der Menschheit offenbart sich Stück für Stück.

Die Handlung entwickelt sich dabei langsam, kann dadurch aber auch die Charaktere besser entwickeln, womit eine stärkere Bindung zu den Figuren entstehen kann. Das Spiel nimmt sich somit Zeit für die zahlreichen und unterschiedlichen Charaktere, wodurch diese auch an Tiefe gewinnen können. Damit wird auch der Grundstein gelegt, damit im Verlauf des Spiels die Ereignisse auch ans Herz gehen. Darüber hinaus kann zum Ende des Spiels immer mehr Spannung erzeugt werden, wenn es um das Geheimnis des Untergangs der Menschheit geht – auch wenn das Ende schlussendlich etwas simpel gestrickt ist. Neben der Haupthandlung werden durch gefundene Objekte kleinere Geschichten um dem Ende der Menschheit erzählt, die zwar nichts mit Seto zu tun haben, aber die emotionale Tiefe durchaus subtil steigern können.

 

Um die Geschichte herum gibt es für einiges zu tun. Neben dem Erkunden der trostlosen und doch faszinierenden Welt und dem Vollenden einiger Missionen, steht das Kämpfen natürlich auch auf dem Programm. Die Kämpfe gestalten sich zwar durchaus abwechslungsreich, da die verschiedenen Gegnertypen unterschiedliche Herangehensweisen erfordern und auch die Steuerung einwandfrei funktioniert, jedoch ist der Schwierigkeitsgrad auf sehr überschaubarem Niveau – sogar die Endgegner lassen sich sehr einfach besiegen. Im Kampf stehen zahlreiche Waffen zur Verfügung, die in Gruppen eingeordnet sind. Neben einfachen (z.B. Katana oder Eisenrohr), langen (z.B. Speer oder Schmetterlingsnetz) und starken (z.B. Vorschlaghammer oder Axt) Nahkampfwaffen gibt es auch Fernwaffen (z.B. Langbogen oder Armbrust). Dabei hat jede Waffe Vor- und Nachteile, entscheidend für ihre Durchschlagskraft ist ebenfalls das Spieler-Level, welches durch gewonnene Kämpfe steigt. Die Waffen, die nach einer gewissen Zeit kaputt gehen, können dabei einfach gefunden oder beim Händler gekauft werden, der Seto vereinzelt bei den Speicherpunkten besucht.

 

Der Händler verkauft allerdings auch andere nützliche Sachen, wie etwa Energydrinks, Rationen oder Sauerstoffflaschen, die die Gesundheit regenerieren. Diese Items sind allerdings äußerst selten notwendig, denn Seto wird bei jedem Stopp bei einem der zahlreichen Speicherpunkte bzw. Lagerfeuer komplett geheilt. Außerdem ist der Schwierigkeitsgrad bei den Kämpfen wie erwähnt relativ niedrig und die Lebensleiste von Seto wird mit jedem Upgrade auch länger. Allgemein ist das Lagerfeuer ein zentraler Punkt im Spiel, so ist dort ebenfalls der Rucksack mit Items auszustatten – ein frühes „Dark Souls“ quasi.

 

Ein ganz großer Pluspunkt des Spiels ist sicherlich die Atmosphäre, die die trostlose Welt, in der Seto lebt, zu vermitteln weiß. Während die Atmosphäre großteils mysteriös, dunkel und düster daherkommt, was durch den stetigen Einsatz von Setos Taschenlampe verstärkt wird, gibt es auch helle Szenarien, die etwas Abwechslung reinbringen, aber nicht minder düster daherkommen, dafür aber eher trostlos und melancholisch erscheinen. Dem zugute kommt natürlich die gelungene technische Umsetzung des Titels. Auch wenn die In-Game-Grafik nicht ganz die Möglichkeiten der Wii ausreizt, präsentiert sie sich auf hohem Niveau. Eine Augenweide sind die Zwischensequenzen, die sich im Stile eines CGI-Animes präsentieren und teils außergewöhnliche Bilder auf dem Bildschirm zaubern können samt Charakterdesign mit hohem Wiedererkennungswert. Ebenso gelungen sind der Soundtrack, der stets die Emotionen gut unterstreichen und betonen kann, sowie die japanische Sprachausgabe, die einfach am besten zum Spiel passt und die Charaktere perfekt abrundet.

Fazit

„Fragile Dreams: Farewell Ruins of the Moon“ bietet eine interessante Handlung, bezaubernde Charaktere, eine atmosphärische und gefühlvolle Inszenierung und kann ebenfalls bei der Grafik, dem Soundtrack und der Steuerung punkten. Wer sich vom niedrigen Schwierigkeitsgrad, dem japanischen Stil und der langsamen Plotentwicklung nicht abschrecken lässt, wird zusammen mit Seto eine faszinierende und emotionale Reise erleben. Ein persönliches Highlight für Nintendo Wii.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0