Hitman: Codename 47


„One-Hit-Wonder“

Im Jahr 2000 machte das dänische Entwicklerstudio IO Interactive („Freedom Fighters“, „Kane & Lynch“) erstmals auf sich aufmerksam und landete mit „Hitman: Codename 47“ gleich einen Volltreffer. Das Spiel war nämlich der Startschuss der erfolgreichen „Hitman“-Reihe, die heute auf zahlreiche Fortsetzungen und gar zwei Verfilmungen zurückblicken kann – und die Erfolgsstory ist nach zwei Jahrzehnten in der Killer-Branche noch lange nicht vorbei.

 

Die Handlung dreht sich um die Auftragsmorde an vier weltweit bekannte Verbrecher. Während Agent 47 seinem Beruf nachgeht und Jagd auf Triaden-Führer, Drogenbarone, Terroristen und Waffenschmuggler macht, kommt er einer Verschwörung auf die Spur. Diese hängt nicht nur mit seinem geheimnisvollen Auftraggeber zusammen, sondern auch mit seiner mysteriösen Vergangenheit.

 

Das Spiel ist im Stealth-Genre einzuordnen, denn aus der Third-Person-Perspektive geht es in erster Linie darum, unerkannt – durch Verkleidung, leise Morde und unauffälligem Benehmen – die Aufträge von Agent 47 zu erledigen. Sehr erfreulich ist dabei, dass das Spiel nicht ganz linear ist, so dass oftmals mehrere Vorgehensweisen zur Verfügung stehen, was auch eine gewisse Taktik in den Missionen erfordert. Einige Missionen sind zum Beispiel auch mit roher Gewalt zu lösen, während einige wenige gar so gemeistert werden müssen – etwa des explosive Finale. Dadurch ist die Balance zwischen Shooter und Stealth mehr als gelungen und eintönig wird das Ganze nie.

Auch bieten die verschiedene Missionen an sich schon genug Abwechslung, denn die verschiedenen Locations bieten stets neue Grundvoraussetzungen: Mal ist man in einem Hotel voller Gäste, mal mitten im Dschungel und mal an einem Hafen bei Nacht. Der Schwierigkeitsgrad wird dadurch in die Höhe geschraubt, dass es während der Mission keine Speichermöglichkeiten gibt. Vereinzelt – besagte Hafenmission war ein persönliches Ärgernis – kann dies etwas stören, im Großen und Ganzen sind die Missionen aber nicht allzu lang und mit der richtigen Taktik auf jeden Fall machbar.

 

Vor jeder Mission gibt es ein Briefing, bei dem man nicht nur die wichtigsten Informationen serviert bekommt, sondern auch seine Ausrüstung zusammenstellen kann. Dieses sollte bedacht zusammengestellt werden, denn jeder Gegenstand kostet Geld und die meisten Sachen können auch vor Ort aufgetrieben werden. Das Arsenal von Agent 47 ist dabei recht üppig ausgefallen, so gibt es zahlreiche Feuerwaffen – Pistolen, Schrottflinten, Maschinengewehre, Scharfschützengewehre – und unauffälligere Mordutensilien – Messer, Klaviersaite. Abrunden kann man die Ausrüstung mit weiteren nützlichen Gegenständen wie einer Schutzweste, einem Kompass oder ein Fernglas.

 

Auf der technischen Seite kann das Spiel trotz kleinerer Bugs, wie das vereinzelte Schießen durch Mauern, und Grafikfehler überzeugen, denn keiner der Mängel beeinflusst negativ den Spielverlauf. Auch der Soundtrack kann überzeugen und die Sprachausgabe macht ebenfalls dank markanter Stimmen einen guten Eindruck. Die Steuerung kann nach Belieben eingestellt werden, so dass das Spiel mit Maus und Tastatur keinerlei Probleme bereiten wird.

Fazit

„Hitman: Codename 47“ ist ein sehr gelungenes Spiel zwischen Shooter und Stealth, welches außerdem sehr abwechslungsreich und aufgrund der fehlenden Speicherfunktion auch äußerst fordernd daherkommt. Der Plot ist zwar nicht weltbewegend, dafür präsentiert sich das Spiel von der technischen Seite aus heutiger Sicht zwar verständlicherweise veraltet, aber ist dennoch ansehnlich und auf jeden Fall spielbar – keine Selbstverständlichkeit bei Spielen dieser Generation. Sollte man als AnhängerIn der Reihe auf jeden Fall gespielt haben.


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