Sonic und die Geheimen Ringe


„Sieben Ringe, Djinn zu knechten“

Für Segas Maskottchen Sonic war es nach der „Adventure“-Reihe für Dreamcast vorbei mit der Konstanz. Während die Hauptreihe unter Titel wie „Sonic Heroes“ oder „Sonic The Hedgehog“ litt, sollte ein zweites Standbein für Nintendo Wii aufgebaut werden. Das erste Spiel der literarisch inspirierten Reihe war „Sonic und die Geheimen Ringe“, aber auch der Erfolg der Spin-offs hielt sich in Grenzen.

 

Inhaltlich kann das Spiel aufgrund der Geschichte um Tausendundeine Nacht punkten, die Sonic in eine für ihn komplett neue Welt eintauchen lässt. Darin muss Sonic sieben Welten auf der Suche nach den Weltringen durchqueren, um gegen den Bösewicht Erazor Djinn antreten zu können, der die Welt unterwerfen will.

 

Jede der sieben Welten ist in zwölf Levels unterteilt, jedoch ist nicht das Abschließen aller Levels notwendig, um im Spielverlauf voranzuschreiten. Es gibt nämlich story-relevante Levels, und solche, die nur dafür da sind, um Punkte für Sonic zu sammeln, der damit im Laufe des Spiels unzählige Fähigkeiten erlernt. Während die relevanten Levels durchaus ihren Reiz haben und auch die Endbosse zu gefallen wissen, sind die anderen Missionen großteils eintönig und beschränken sich auf das Sammeln von Münzen bzw. das Eliminieren von Gegnern. Leider müssen zahlreiche dieser Missionen im Endeffekt doch absolviert werden, denn ein Spielabschluss ist ohne entsprechende Fähigkeiten nahezu unmöglich.

Neben dem Story-Modus präsentiert das Spiel noch einen durchaus interessanten Party-Modus, der es bis zu vier SpielerInnen ermöglicht, in Minispielen gegeneinander anzutreten. Das Ganze ist sicherlich kein Konkurrent für Marktführer „Mario Party“, kann aber zwischendurch gut unterhalten und Abwechslung vom großen Vorbild bieten.

 

Die Steuerung präsentiert sich sporadisch leider grauenhaft und ist somit die große Schwäche des Spiels. Die Wiimote wird dabei waagrecht gehalten, wobei mit Taste 2 gesprungen und mit der Taste 1 angehalten wird, denn Sonic bewegt sich durchgehend vorwärts – Aussetzer vorprogrammiert. Durch neigen der WiiMote wird die Laufrichtung eingestellt, was aber nicht immer einwandfrei geschieht. Auch der Befehl „Attacke“ funktioniert nicht ausnahmslos wie gewünscht, dabei muss nämlich die Wiimote kurz geschüttelt werden, was aber nicht immer erkannt wird. Im späteren Verlauf kann man glücklicherweise die Zeit verlangsamen oder beschleunigen, was eine angenehme Vereinfachung bei der Steuerungsbändigung darstellt.

 

Die Grafik präsentiert sich solide, einzig die wenigen Zwischensequenzen können hervorstechen aufgrund einer gut aufpolierten Optik. Die Story wird ansonsten durch lebhafte Comic-Einblenden zufriedenstellend erzählt. Die Musik präsentiert eine gute Mischung aus modernem Sound und arabischen Melodien, die zum Ambiente passen – die Loops ermüden aber relativ schnell.

Fazit

„Sonic und die Geheimen Ringe“ hat einige gute Ansätze und ist sicherlich empfehlenswerter als das eine oder andere 3D-Abenteuer von Segas Maskottchen, jedoch muss man sich auf viel Frust aufgrund der Steuerung und teilweise Langeweile aufgrund wiederholender Level-Aufgaben einstellen, um das rund zehn Stunden dauernde Abenteuer von Sonic zu beenden. Und die Handgelenke kann man nach dem Endboss aufgrund des ununterbrochenen Schüttelns der Wiimotes wegschmeißen – ein doch zu hoher Preis für bestenfalls absoluten Durchschnitt.


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