Resident Evil 5


„Coop-Spaß mit einem Franchise-Zombie“

In Anbetracht der aktuellen Remake-Welle um das Zombie-Franchise von Capcom kann man sich demnächst die Frage stellen, ob auch recht aktuelle Titel wie „Resident Evil 5“ in irgendeiner Form neu aufgelegt werden. Während der direkte Vorgänger in guter Erinnerung geblieben ist, ging der auf mehr Action fokussierte fünfte Teil als schwarzes Schaf in die Geschichte ein – zu Recht?

 

Dieses Mal dreht sich die Geschichte um den erfahrenen Chris Redfield und Neuzugang Sheva Alomar. Das Team ist in Afrika unterwegs, um einer terroristischen Gefahr auf die Spur zu kommen und Veteranin Jill Valentine zu finden. Der Plot ist leider eine Enttäuschung auf der ganzen Linie, denn wie hier eine langjährig aufgebaute Handlung um bekannte Charaktere – auch Albert Wesker – zu Ende geführt wird, ist einfach nur seltsam.

 

Der Spielverlauf ist wie schon bei direkten Vorgänger in erster Linie auf Massenattacken der Infizierten ausgelegt, während Rätsel eine sehr untergeordnete Rolle spielen und bestenfalls auf Kindergartenniveau sind. Obwohl die Großangriffe durchaus Potential haben, bleiben auch sie durchwachsen. Dafür ist in erster Linie das unpassende Gameplay verantwortlich. Der Spieler kann sich nämlich nicht bewegen, während er zielt bzw. schießt. Bei früheren Spielen der Reihe störte es noch nicht, da sie nicht auf Action konzipiert waren, und auch Teil vier konnte man es noch verzeihen, da eben Neues probiert wurde – beim fünften Teil war der Handlungsbedarf aber nicht mehr von der Hand zu weisen.

Auch ärgerlich ist, dass viele Stellen und auch Endgegner zu stark an „Resident Evil 4“ erinnern. So scheinen Rätsel zum Teil direkt aus dem Vorgänger übernommen zu sein und auch der Endgegner hat starke Ähnlichkeiten mit einem Boss aus Teil vier. Glücklicherweise hat man sich auch in einigen Bereichen gebessert, so sind die afrikanischen Infizierten den spanischen ParasitenträgerInnen aus dem Vorgänger von der Intelligenz her doch überlegen.

 

Die ganz große Neuerung war aber, dass man das Spiel im Coop-Modus durchspielen kann. Dieser Modus ist dann meiner Meinung nach der einzige Grund, das Spiel überhaupt zu spielen, denn eine Coop-Partie macht oftmals unabhängig vom Spiel Spaß. Leider fühlt sich Player 2 etwas diskriminiert, da zwischen den Levels nichts zu tun ist, während Player 1 Waffen kaufen, diese auf beide Player verteilen und mit verkauften Schätzen die große Kohle machen kann. Pflicht ist fast, einen erfahrenen Spieler bzw. eine erfahrene Spielerin als PartnerIn zu wählen, denn sonst heißt es oft „You Are Dead“ – auch dank der suboptimalen Quick-Time-Events.

 

Der große Punkt, der gegen ein Remake spricht, ist die auch heute noch äußerst feine Grafik – man könnte den Titel gar als Referenztitel seiner Generation bezeichnen. Die Umgebung weiß mit vielen Details zu gefallen und auch das leicht überzeichnete Charakterdesign kann sich sehen lassen. Die Zwischensequenzen sind noch einmal etwas schöner als die Spielgrafik geraten, leider stört hier aber die zu hektische Inszenierung und manche Actionszenen à la „Matrix“ sind fast schon peinlich – hier ist „Resident Evil“ eindeutig ein Kind seiner Zeit.

Fazit

„Resident Evil 5“ bietet eine enttäuschende Geschichte, kaum Spannung, noch weniger Atmosphäre, ein veraltetes Gameplay und hat vereinzelt zu große Ähnlichkeiten mit dem direkten Vorgänger. Der solide Coop-Modus täuscht über die Mängel zwar hinweg, in diesem Bereich gab es aber auch zum Release bereits weitaus bessere Vertreter („Gears of War“, „Army of Two“). Sollte mal ein Remake in Planung sein, dann bitte nur zusammen mit „Resident Evil 6“ als günstige Coop-Collection, da ansonsten völlig uninteressant.


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