New Super Mario Bros. Wii


„2D ist selbst in 3D super“

Bevor Klempner Mario in 3D-Welten wie in „Super Mario 64“ oder „Super Mario Odyssey“ für Furore sorgte, war das side-scrolling Jump’n’Run-Genre sein liebstes Terrain, um es mit Erzfeind Bowser und anderen Schurken aufzunehmen. Ein von SpielerInnen und KritikerInnen gleichermaßen gefeiertes Comeback legte Mario im Jahr 2006 mit „New Super Mario Bros.“ für Nintendo DS hin. Aufgrund des großen Potenzials wagte Nintendo 2009 mit dem Konzept den Sprung auf die Heimkonsole Wii und das Ergebnis nannte sich „New Super Mario Bros. Wii“.

 

Mario, Luigi und einige Toads treffen sich im Schloss von Peach, um den Geburtstag der Prinzessin zu feiern. Aus einer überdimensionalen Geburtstagstorte entspringen Bowser Jr. sowie seine Geschwister und entführen vor den Augen der geladenen Gäste die Prinzessin. Mario und Co. machen sich natürlich sofort auf den Weg, um die Prinzessin zu retten. Das Abenteuer bringt unsere Helden in immer gefährlichere Welten bis zum finalen Showdown.

SpielerInnen, die schon „New Super Mario Bros.“ auf den Nintendo DS gespielt haben, werden sich sofort wieder heimisch fühlen. Für alle anderen sei das Ganze einmal kurz erklärt: Vom Prinzip her ist das Spiel eine Rückkehr zu den Wurzeln aus NES-Zeiten. Es gilt daher, in typischer Jump’n’Run-Manier von links nach rechts – in einigen Levels von unten nach oben – zu gelangen. Die Levels sind selbstverständlich voller Gegner und kniffliger Stellen, die Genauigkeit und Geschick erfordern.

 

Dabei müssen acht abwechslungsreiche Welten überwunden werden, die jeweils mit acht bis zehn Levels aufwarten. Bowser Jr. und seine Geschwister sind für die Bewachung der Burgen und Schlösser in den Welten verantwortlich, so gibt es auch einige spannende Boss-Kämpfe zu bestreiten. Dazwischen kann man auch einige Minispiele bestreiten, die sich allerdings leider nur wiederholen und kaum Spaß machen, um zu neue Leben und Power-Ups zu kommen. Beim Stichwort Power-Ups sollten natürlich die Neuzugänge erwähnt werden: Der Propellerhut lässt die Figur in die Höhe schießen, mit der Eisblume können Gegner eingefroren und dadurch als Plattform benutzt oder geworfen werden und der Pinguin-Anzug verleiht eine bessere Standfestigkeit auf Eis und ermöglicht kontrollierte Rutschpartien. Die neuen Power-Ups ergänzen perfekt die altbewährten Kräfte und sorgen so für mehr Abwechslung. Auch ganz spaßig sind die wenigen Levels mit Yoshi – hätten auch mehr sein dürfen.

 

Die Grafik ist vor allem aufgrund der gelungenen Mischung des 2D-Stils mit 3D-Elementen gelungen, so dass zwar ein gewisses Retro-Feeling aufkommt, das Spiel allerdings zu jedem Zeitpunkt zeitgemäß wirkt. Die Levels präsentieren sich bunt sowie abwechslungsreich und auch die Figuren sehen schick aus. Der Soundtrack kann ebenfalls überzeugen und bietet stets passende Melodien zu den Levels – mal fröhlich-locker, mal spannend-atmosphärisch, aber jederzeit gute Laune verbreitend.

 

Bei der Steuerung wird die Wiimote senkrecht gehalten: Mit dem Steuerkreuz bewegt man sich, hält man 1 gedrückt läuft man bzw. wirft man durch drücken von 1 Feuerbälle oder Eisbälle, und mit 2 springt man. SpielerInnen der alten Schule werden mit der Steuerung sicherlich ihren Spaß haben, denn sie erinnert sehr stark an die Steuerung von eben „Super Mario Bros.“ für NES. Neu ist lediglich die Schüttelfunktion, so kann eben durch schütteln der Wiimote ein Drehsprung ausgeführt werden oder Gegenstände und Figuren können aufgehoben werden. Allgemein funktioniert die Steuerung sehr gut, die Sprünge lassen sich gut timen und auch ansonsten kommen kaum Probleme auf. Lediglich die Schüttelfunktion macht vereinzelt kleinere Probleme, so dass kleinere Bewegungen falsch interpretiert werden und die Figur in einem ungünstigen Moment einen Drehsprung macht.

 

Während sich das Ganze zusammenfassend im Einzelspiele-Modus wie die Klassiker zu NES-Zeiten spielt, ist der Multiplayer-Modus der wahre Star des Titels. Bis zu vier SpielerInnen können sich ins Abenteuer stürzen und die Rettung von Prinzessin Peach vorantreiben. Dabei werden die Levels oftmals zu einem hektischen Durcheinander, bei dem es oft vorkommen wird, dass sich die MitspielerInnen untereinander ins Jenseits befördern. Mit den richtigen Leuten – Lachen über das eigene Ableben muss möglich sein – kann so eine Partie zu einer echten Spaßgranate werden. Wer wert auf koordinierte Zusammenarbeit legt, kann sich ebenfalls auf die Suche nach den goldenen (großen) Münzen machen, um Extravideos oder neue Levels in der geheimen, neunten Welt freizuspielen.

 

Etwas gestört hat mich allerdings die Vereinfachung, die vereinzelt vorgenommen wurde. So kann man sich nach einer gewissen Anzahl von verlorenen Leben ansehen, wie das Level bewältigt werden kann, oder beim Mehrspieler-Modus können die MitspielerInnen in eine Blase schlüpfen, wodurch der oder die Geschicktere eine knifflige Stelle bewältigen kann, während die restlichen SpielerInnen in Sicherheit sind und nichts machen müssen. Natürlich muss man diese Hilfen nicht in Anspruch nehmen, allerdings störte mich persönlich etwas, dass sie prominent angeboten werden. Wirkliche Klassiker des Genres, wie das schon oft erwähnte „Super Mario Bros.“ oder „Sonic The Hedgehog“, sind für mich unter anderem solch unvergessliche Klassiker, weil sie auch eine Herausforderung darstellen.

Fazit

„New Super Mario Bros. Wii“ ist eine moderne Version der „Super Mario Bros.“-Reihe für NES. Der naheliegende Geniestreich von Nintendo war die Integration des Multiplayers, so kann das gesamte Abenteuer von bis zu vier SpielerInnen gleichzeitig gespielt werden. Dies schraubt den Spaß noch einmal ordentlich in die Höhe. Das Spiel hat durchaus seine knifflige Stellen, vor allem im Multiplayer kommt es oft zu einem kompletten Durcheinander, hätte aber etwas fordernder ausfallen können. Ein Top-Titel, der bewiesen hat, dass auch 2D-Mario-Spiele eine Zukunft auf Heimkonsolen haben.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0