Jet Force Gemini


„Starship Troopers: The Game“

Das renommierte Studio Rare („Banjo Kazooie“, „Perfect Dark“) entwickelte relativ spät im Lebenszyklus der Nintendo 64, genauer gesagt im Jahr 1999, mit „Jet Force Gemini“ noch einen richtigen Kracher. Das Spiel schickt das Team der Jet Force Gemini um Juno, Vela und Lupus auf eine Reise durch die Galaxie im Kampf gegen den brutalen Unterdrücker Mizar.

 

Das Spiel vereint Elemente aus verschiedenen Genres wie Shooter, Platformer und Action-Adventure und schafft dabei ein sehr ansehnliches Spielvergnügen, welches vom Gefühl her durchaus an die Nintendo 64-Abenteuer von Link („Ocarina of Time“, „Majora’s Mask“) erinnert, ohne aber als Kopie zu erscheinen, da es auch gravierende Unterschiede gibt.

 

Übernommen wird die Steuerung über eine der drei Figuren mit verschiedenen Fähigkeiten – Juno kann über Lava laufen, Vela kann schwimmen und Lupus kurz schweben. Dabei werden Horden von Insektoiden überraschend brutal aus dem Weg geräumt, die Einheimischen gerettet und Informationen über den Angriff des Tyrannen Mizar gesammelt.

Die drei unterschiedlichen Kampagnen werden aus der Third-Person-Perspektive – bei Gefechten kann man aber auch gerne in die First-Person-Perspektive wechseln – bestritten. Auch warten Endgegner, die sich als durchaus fordernd präsentieren und ein ausreichendes Waffenarsenal, bestehend aus gefundenen Waffen und ihren Updates, voraussetzen.

 

Die Balance zwischen Schießereien und Erkundungstouren ist gelungen, so dass es nie zu Hängern kommt und man stets auf Trab gehalten wird. Nach knapp sechs Stunden Spielzeit kommt es aber zu einer sehr unerfreulichen Nachricht im Spiel: Es müssen alle Einheimischen gerettet und zahlreiche Teile einer Maschine gefunden werden, um voranzukommen, weswegen man unter anderem auch schon durchlaufene Levels wieder besuchen muss. Auch wenn die HeldInnen nun Jetpacks besitzen und durch diese Suche die Spielzeit enorm in die Höhe geschraubt wird, ist das Ganze eher demotivierend.

 

Die Steuerung präsentiert sich überraschend gelungen – einzig die Zielgenauigkeit lässt vereinzelt zu wünschen übrig. Mit dem Stick wird die Bewegung gesteuert und zudem erfolgen mit den C-Tasten weitere Moves. Wechselt man mit R in den Zielmodus, bewegt man das Fadenkreuz mit dem Stick und die Figur mit den C-Tasten. Geschossen wird stets mit Z. Gelungen ist außerdem, dass tatkräftiger Coop-Support in Form von Roboter Floyd geleistet werden kann.

 

Grafisch kann sich das Ganze durchaus sehen lassen, vor allem das Charakterdesign weiß zu gefallen, aber auch die abwechslungsreichen Planeten sind sehenswert. Einzig ein wenig mehr Gegnervielfalt wäre nett gewesen. Auch der Soundtrack kann mit präzisen und passenden Melodien das Geschehen gut unterstreichen und bleibt so auch langfristig in Erinnerung. Ein persönliches Highlight ist der Tune im Charakterwahl-Bildschirm – militärisch-mitreißend.

Fazit

„Jet Force Gemini“ ist ein ausgezeichneter Genre-Mix und wird zurecht oftmals zu den besten Titeln der Nintendo 64 gezählt. Leider gibt es nach knapp sechs Stunden Spielzeit eine Hiobsbotschaft, dafür kann das Spiel aber auf nahezu allen anderen Belangen problemlos überzeugen und gar begeistern. Die sehenswerte Grafik und der passende sowie stimmige Soundtrack runden das Ganze äußerst positiv ab.


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