Wario Land: Super Mario Land 3


„Einmal Schurke, immer Schurke“

Aufgrund des Erfolgs der „Super Mario Land“-Reihe für Game Boy konnte man erahnen, dass es nach dem zweiten Teil aus dem Jahr 1992 weitere Fortsetzungen geben würde. „Wario Land: Super Mario Land 3“ erschien schlussendlich 1994, die Überraschung dabei war aber, dass nicht Mario der Held des Spiels war, sondern Wario, seines Zeichens noch der Bösewicht im direkten Vorgänger.

 

Der Star ist somit der gierige Wario, der nach dem Ende von „Super Mario Land 2“ auf der Suche nach Geld ist, um sich ein eigenes Schloss zu kaufen und so seinen Kontrahenten Mario zu übertrumpfen. Ansonsten hat Mario selbst wenig mit dem Spiel zu tun, aber man wollte wohl die Popularität der Vorgänger verständlicherweise nutzen. Das Hauptziel des Jump’n’Runs ist es, eine Vielzahl von Levels zu durchlaufen und dabei so viel Geld wie möglich zu sammeln, denn von der Anzahl der Münzen hängt auch das Ende ab.

 

Da Wario ein paar Kilo mehr auf die Waage bringt als sein Gegenspieler mit dem M, bewegt er sich auch etwas klobiger als der berühmteste Klempner der Welt. Dafür hat er bei der Stärke klare Vorteile, so dass er sich mit seiner Rammattacke gegen die zahlreichen Gegner zur Wehr setzen kann. Auch kann er seine besiegten Gegner aufheben und gegen andere Feinde schleudern. Zur Unterstützung kann Wario auf verschiedene Mützen zurückgreifen, die ihm unterschiedliche Fähigkeiten verleihen – etwa eine Drachenmütze, um Feuer zu spucken, oder eine Mütze mit Jetpack, um über kurze Distanzen zu fliegen.

Ansonsten hat Wario in typischer Manier des Genres Sprungpassagen zu bewältigen und trifft am Ende jeder Welt auf einen Endboss. Der Schwierigkeitsgrad dabei ist nicht besonders hoch, vor allem da man nach jedem Level das gesammelte Geld auch verspielen kann, entweder für noch mehr Geld oder für mehr Leben. Auch gibt es, wie schon bei „Super Mario Land 2“, die Speicherfunktion, die einiges erleichtert. Für Sammler besteht noch die Möglichkeit, die Levels nach Geheimwegen zu erforschen, denn vereinzelt gibt es Schätze zu finden, die ordentlich Kohle in die Kasse spülen.

 

Technisch erinnert das Spiel ganz stark an den direkten Vorgänger, der aber schon das Optimale aus dem Game Boy holte. Lobenswert ist daher vor allem das nette Charakterdesign, während die Hintergründe wieder vernachlässigt wurden. Der Soundtrack präsentiert eingängige Melodien, die gut zum Spiel passen. Die Steuerung sollte auch für AnfängerInnen zu meistern sein, da mit einer Taste gesprungen wird und mit der anderen gerammt bzw. eine anderen Fähigkeit benutzt wird.

Fazit

„Wario Land: Super Mario Land 3“ kann das hohe Niveau des Vorgängers nicht ganz halten. Vor allem der Spielfluss ist etwas zäh, da das Gameplay mehr auf Kämpfen und Suchen als auf einfaches Vorankommen ausgelegt ist. Lobenswert ist, dass man sich einige Neuerungen hat einfallen lassen, in erster Linie bedingt durch die neue Hauptfigur. Würde nichtsdestotrotz zuerst zum genialen Vorgänger raten, aber dennoch ein ganz spaßiger Game Boy-Titel.


Kommentar schreiben

Kommentare: 0