Tonic Trouble


„Rayman's Funny Uncle“

Das später weltbekannte Entwicklerstudio Ubisoft Montreal („Splinter Cell“, „Assassin’s Creed“) wurde im Jahr 1997 gegründet und präsentierte als erste große Produktion „Tonic Trouble“ für Nintendo 64. Das Spiel aus dem Jahr 1999 ist im „Rayman“-Universum angesiedelt und sollte eigentlich vor „Rayman 2: The Great Escape“ erscheinen, jedoch wurde es schlussendlich erst einige Monate danach veröffentlicht – der Empfang war auch aufgrund des Höhenflugs des Franchise-Verwandten aber eher lauwarm.

 

Im 3D-Jump’n’Run geht es um Ed, der gerade dabei ist, seine Raumstation auf Vordermann zu bringen. Dabei unterläuft ihm allerdings ein Missgeschick und ein mysteriöser Behälter fällt auf die Erde. Die darin gelagerte Flüssigkeit sorgt gleich für Chaos, denn Flora und Fauna mutieren zu gefährlichen Kreaturen und auch der bösartige Grögh bekommt sie in die Finger. Nun muss Ed mit der Unterstützung der hübschen Suzy, des verrückten Doc und des Geheimagenten Xyz seinen Fehler wieder gutmachen.

In der Rolle von Ed müssen zwölf durchaus abwechslungsreiche Levels (z.B. Eis, Pyramiden, Canyon) überwunden, zahlreiche Gegner und Bosse bezwungen – vor allem Roboter und mutierte Gemüsesorten – und Gegenstände gesucht werden, um neue Erfindungen von Doc zu unterstützen. Diese ständige Suche nach Gegenständen ist allerdings auch ein Schwachpunkt des Spiels, denn die monotone Zielsetzung langweilt rasch.

 

Beim erstmaligen Spielen der Levels kann man allerdings darüber hinwegsehen, da lediglich sechs Gegenstände gesammelt werden müssen. Ärgerlich ist allerdings, dass es zum Ende des Spiels hin nicht mehr weitergeht, wenn man nicht sämtliche Gegenstände aufsammelt, die bis zu diesem Zeitpunkt eher unscheinbar waren. Dadurch müssen die Levels ein zweites Mal durchsucht werden, was die Spieldauer verlängert, das Vergnügen aber schmälert – der Zugang erinnert an das deutliche bessere „Jet Force Gemini“.

 

Das Gameplay präsentiert sich dank der verschiedenen Gadgets (Blasrohr, Schlagstock, Gleiter) und Fähigkeiten (Super Ed) durchaus abwechslungsreich, die schwammige Steuerung macht in Kombination mit der Kamera dem Ganzen aber vereinzelt einen Strich durch die Rechnung. Die Kamera kann zwar nachjustiert werden, Probleme gibt es allerdings nichtsdestotrotz öfter – vor allem beim Fliegen ist der Eindruck negativ.

 

Grafisch gehört das Spiel sicherlich nicht zu den großen Titeln der Nintendo 64, nichtsdestotrotz kann sich die bunte und verrückte Welt von „Tonic Trouble“ gut entfalten und die humorvolle Tonart des Spiels gut zur Geltung bringen. Die Musik präsentiert sich hingegen eher unauffällig, bei der skurrilen Handlung um Ed hätte man hier vielleicht etwas mehr Extravaganz erwarten können.

Fazit

„Tonic Trouble“ ist ein solides 3D-Jump’n’Run mit humorvollen und skurrilen Einfällen und abwechslungsreichem Gameplay. Leider sorgen das ständige Suchen nach Gegenständen und die Schwächen in der Steuerung sowie Kamera für Frust, während die Grafik und der Soundtrack auch nicht unbedingt glänzen können. Solange man keinen Meilenstein à la „Super Mario 64“ oder „Rayman 2: The Great Escape“ erwartet, wird man ganz gut unterhalten.


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