Das Gaming-Jahr 2017 - Part III


„Abenteurer, Ball-Zauberer und Miku-Fanboy“

In der dritten Runde des Jahresrückblicks auf die Gaming-Highlights 2017 stehen Abenteuer und Schätze im Mittelpunkt - in der Vergangenheit und Zukunft sowie auf der Erde und darüber hinaus. Zusätzlich darf ein wenig Ballzauber im ewigen Duell Fifa vs. PES nicht fehlen und eine musikalische Offenbarung rundet die Ausgabe ab.

 

*es geht nicht (nur) um Spiele, die 2017 veröffentlicht wurden, sondern um Spiele, die ich 2017 gespielt habe.


Blockbuster und B-Movies

 

Beim Gedanken an Abenteuern der Marke „Indiana Jones“ gibt es in der Videospielbranche eigentlich nur einen Namen: Nathan Drake. Mit Drake in Pension nach dem grandiosen vierten Abenteuer „A Thief’s End“ hat sich aber eine Lücke aufgetan ... oder auch nicht.

 

Ein Franchise, das von smarten Geschichten und greifbaren Charakteren lebt, hat nämlich auch noch in der zweiten oder dritten Reihe Figuren, die locker ein Spiel tragen können. Gesagt und - analog zu großen Blockbuster-Universen im Filmbereich - getan: Chloe Frazer (aus 2 & 3) und Nadine Ross (aus 4) sind die Stars in Uncharted: The Lost Legacy. Und siehe da: Das Erfolgsrezept - Humor, Action, Charaktere und Herz - funktioniert auch ohne Drake perfekt, vor allem, weil das neue Duo herrlich harmoniert. Wenn die Qualität so bleibt, kann Naughty Dog hier unendlich viele Spin-offs veröffentlichen - Potenzial ohne Ende ist vorhanden.

 

Leidtragender ist und bleibt der ehemalige Platzhirsch Tomb Raider. Zwar ist auch Rise of the Tomb Raider ein gelungenes Abenteuer und die Reihe ist aktuell vielleicht sogar auf einem All Time High, wirkt im Vergleich zu Uncharted aber doch wie ein B-Movie. Das Gameplay ist unterhaltsam, aber ohne Feinschliff, die Handlung sowie die Charaktere für die Dauer des Abenteuers ansprechend, aber nach wenigen Tagen vergessen und die Präsentation solide, aber auch nicht mehr. Dennoch ist ein guter B-Movie manchmal genau das, was man braucht, und Tomb Raider ist seit dem Reboot eine sichere Wahl.

 

The Empire strikes back

 

Wer Star Wars in irgendeiner Form und Weise aufgrund der Überschrift erwartet, liegt falsch, denn 1. bin ich kein Fan und 2. kommen Star Wars und Videospiele aktuell überhaupt nicht auf einen gemeinsamen Nenner - außer vielleicht, viel Kohle scheffeln zu wollen (und können). Das Imperium ist hier Nintendo, das mit der Switch nicht nur innovativ, sondern äußerst erfolgreich ins Jahr gestartet ist - trotz der x-ten Untergangsvorhersage.

 

Mit- bzw. hauptverantwortlich dafür sind zwei Kracher aus Reihen, die immer wieder zu überraschen wissen: The Legend of Zelda: Breath of the Wild und Super Mario Odyssey. Das Abenteuer von Link definiert das „Open World“-Konzept neu und schickt jeden Spieler und jede Spielerin dank der unendlichen Freiheiten auf eine ganz persönliche Reise - nicht umsonst ein Must-Play und fast konkurrenzlos unzählige Male Game of the Year geworden. Auf der anderen Seite ist Mario vielleicht weniger revolutionär, aber ein ständiger Weiterentwickler, der das Konzept aus Super Mario 64 perfektioniert sowie mit Cappy und seiner Übernahmefähigkeit - von Menschen über Pflanzen und Dinosaurier bis hin zu Gegner - einen kongenialen Partner bekommen hat.

 

Erwartungen und Realitäten

 

Während Nintendo Skepsis mit Genialität begegnete, lief es bei zwei Spielen aus den aktuell weniger beliebten Häusern EA und Ubisoft etwas anders, persönlich komme ich allerdings zu einem ähnlichen Fazit bei Mass Effect: Andromeda und Assassin’s Creed: Origins.

 

Beide Titel wurden eher mit Skepsis erwartet und hatten aufgrund verbuggter Starts mit schlechter Presse zu kämpfen. Während aber das vierte Mass Effect sich nicht mehr erholte und unterging, hat sich Origins einen guten Ruf erarbeitet. Ich sehe die Wahrheit hingegen irgendwo in der Mitte - wohl auch aufgrund meiner eigenen Erwartungen.

 

Mass Effect ist für mich bereits seit dem hochgelobten zweiten Teil mehr Shooter als Rollenspiel - und als solches funktioniert auch Andromeda nahezu perfekt. Zusätzlich gibt es in den fremden Welten viel zu entdecken und ein spannendes Mysterium aufzudecken. Weniger spannend sind allerdings die Charaktere und das große Rätsel verläuft auch im Sande, so dass nur unterhaltsame Passagen und gute Momente zwischendurch bleiben. Für ein Mass Effect, das eben von der Handlung und den Charakteren lebt, einfach zu wenig, aber meilenweit von der totalen Katastrophe entfernt, die oft propagiert wird.

 

Auch ein Assassin’s Creed spiele ich persönlich in erster Linie, weil ich es spannend finde, welche Plots vor dem geschichtlichen Hintergrund erzählt werden können und auch um zu erfahren, wie sich das große Ganze entwickelt - SPOILER: wie üblich kaum. Aber die Geschichte um „Sheriff“ Bayek auf Rachefeldzug lebt auch nur von vereinzelten Momenten und seiner Frau Aya, die deutlich charismatischer ist und ein kleines Mysterium für sich darstellt. Die Präsentation ist fein und das Feintuning im nun deutlich dynamischeren Kampfsystem tut der Reihe gut, aber mehr Feinschliff beim Plot - gerne auch auf Kosten der vielen Nebenaktivitäten - wäre mir lieber gewesen. Ein guter Teil der Reihe und vielleicht sogar ein Highlight davon, aber meilenweit von einem als Game of the Year-Kandidaten gehandelten Meisterwerk entfernt.


Fifa vs. PES

 

Der Fairness und Transparenz halber muss ich gestehen, dass ich schon immer Konami für die besseren Entwickler von Fußball-Simulationen gehalten habe. Bis auf wenige Ausnahmen waren International Superstar Soccer, Winning Eleven und eben Pro Evolution Soccer stets Fifa überlegen. Und auch 2018 ist keine Ausnahme.

 

 PES spielt sich tatsächlich wie Fußball, jedes Match sowie jede Situation wirkt einzigartig und die Engine bringt die Dynamik des Sports auf den Bildschirm. Wer also einfach nur eine nahezu perfekte Fußball-Simulation sucht, ist mit PES 2018 auf der richtigen Seite. Wer die Wahrheit aber nicht nur auf dem Platz sucht, wird feststellen, dass Konami weiterhin Probleme mit Lizenzen, Kommentatoren und Online-Performance hat - und auch nicht allzu innovativ bezüglich neuer Spielmodi ist. Für mich ist PES aber das perfekte Spiel, da die Action auf dem Feld entscheidend ist - aufgrund von „The Journey“ habe ich aber mal wieder einen Blick auf Fifa geworfen.

 

Kassenschlager wie FUT und allgemeine Online-Geschichten interessieren mich kaum, daher habe ich mich nur an den Story-Modus von Fifa 18 gewagt und die Karriere von Alex Hunter gespielt. Obwohl das Gameplay und die Engine weniger Fußball vermitteln, als eben PES, macht es genug Spaß, um Alex die knappen acht bis zehn Stunden zu begleiten - inklusive Drama, Star-Auftritte und einem soliden Bewertungssystem für Alex’ Leistungen. „The Journey“ macht Spaß - persönlich geht die Rechnung für mich aber nicht auf. Das grandiose Lizenzen-Angebot und „The Journey“ können das schwächere Gameplay nicht ausgleichen.

 

Der Fußball-König des Jahres 2017 ist somit PES 2018.


That’s Music to my Ears

 

Offen für eine neue musikalische Erfahrung? Auch nur irgendwie an J-Pop oder Rhythm Games interessiert? Neugierig beim Gedanken an virtuellen Pop-Stars? Dann sucht nicht weiter, denn Hatsune Miku: Project DIVA Future Tone wartet mit 240 Songs mit Ohrwurmcharakter und teils ausgefallenen Videoclips auf - eine Kostprobe gibt es zum einen direkt im PS Store mit der Prelude inkl. zwei Songs und zum anderen hier mit drei echten Highlights von unzähligen Perlen. Über das Gameplay gibt es nicht viel zu sagen: Wer die Musik mag, wird nie müde, sich im Rhythmus durch die Songs zu klicken. 


COMING SOON: Part IV mit meinem persönlichen Game of the Year und den Spielen, die in keine andere Kategorie gepasst haben.

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