The Secret Life of Pets


„Pet Story"

Die Animations-Blockbuster sind in diesem Jahr wieder fest in tierischer Pfote. Während es dabei schon mal in ein utopisches Tierparadies oder in die Tiefen des Ozeans gehen kann, hat das Erfolgsstudio hinter „Minions“ auf die heimischen Favoriten gesetzt: Hund, Katze und Co. erleben in „The Secret Life of Pets“ ein rasantes Abenteuer mit vertrauten Elementen.

 


Ein Blick auf die aktuellen Box Office-Ergebnisse verrät schnell das Blockbuster-Erfolgsgeheimnis: Superhelden- und Animationsfilme haben die besten Chancen. Da bei den Superhelden kaum Raum für neue Konkurrenz ist, wollen kleinere und auch jüngere Studios zumindest am Animationskuchen mitnaschen. Der Markt ist aber heiß umkämpft und ein erfolgreiches Bestehen neben Disney – mit den Animation Studios und Pixar gleich doppelt im Geschäft – keine Selbstverständlichkeit. Illumination Entertainment konnte sich dennoch in unter zehn Jahren zum Big Player entwickeln, der nun auch ohne Minions an dessen millionenschwere Erfolge anknüpfen will.

 

Sweet Pets (Are Made Of This)

 

Das Marketing-Team wusste dabei genau, wie man die Leute ins Kino lockt: Mit charmanten, kleinen Clips, die humorvoll und genau richtig überspitzt darstellen, wie sich viele ihre tierischen Lieblinge vorstellen. Sitzt man dann im Kino, sind diese Szenen nach knapp zehn Minuten vorbei und man fragt sich, was wohl als Nächstes kommt. Nun, am besten beschreibt man es wohl als „Toy Story“-Retelling: Duke zieht bei Titelheld Max ein, alles läuft schief und das ungleiche Duo muss zueinander finden, um in der großen, weiten Welt zu bestehen. Auf dem Weg zum Frauchen treffen sie noch eine Gruppe rachsüchtiger, zurückgelassener Tiere und lernen ein paar Lektionen fürs Leben. As „Toy Story“ as it gets, right?

 

„Pets“ fehlt aber leider die nötige Portion Herz, um aus dem Schatten von „Toy Story“ zu treten. Beweis gefällig? Das Leben von Duke bei seinem Vorbesitzer ist herzig erzählt und erinnert von der Machart her an DAS Highlight aus „Up“, die Nachricht seines Todes lässt das Publikum und vor allem die Handelnden inklusive Duke überraschend kalt. No heart, no fun? Keinesfalls!

 

Not Quite Fur-tastic, But Really Fur From Bad

 

Wer nur auf ein paar Lacher aus ist und ein rasantes Abenteuer will, der wird einwandfrei bedient: Das Tempo ist durchgehend hoch und der Humor bietet gut verteilt ausreichend Schmunzler, vor allem für Haustier-Fans, rutscht aber ein wenig zu oft in nicht allzu tiefe Slapstick-Gewässer und verlässt sich zu sehr auf Running Gags, die nicht immer zünden. Lauwarme Momente hat etwa „sweet bunny gone crazy“ Snowball,  der schnell langweilig wird, aber auch die Sausage Party samt Grease-Soundtrack ist nach dem abflauenden Nostalgie-Hoch einfach nur seltsam und spätestens bei dritten Mal hat man auch keine Freude mehr am headbangenden Pudel.

 

Das „Minions“-Studio bleibt seiner Linie treu und liefert rasante und gute Unterhaltung, zum jetzigen Zeitpunkt haben Disney und Pixar aber noch die Nase am Animationsmarkt vorne: Herz und Seele bleiben einfach länger in Erinnerung als Non-Stop-Slapstick. Einspielergebnisse von über 400 Millionen Dollar geben Illumination Entertainment aber recht und Chloe ist für mich als Liebhaber von gepflegtem Katzen-Klamauk der Brüller, daher: Go in and have a good time!

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